Na, Leute haben später erzählt, hätte ich mir Geschichte nur ausgedacht. Böse Leute haben erzählt: Hätte ich Schwäche für Alkohol, die ich auf Erde heimlich mache, aber wenn ich bin auf lange Raumfahrt, dann hemmungslos. Gott allein weiß was gibt für Gerüchte, aber so sind Menschen: Glauben lieber größte Blödsinn, als wahre Tatsache. Ijon Tichy - Raumpilot
Milchstraße, Lokale Interstellare Wolke, Sonnensystem Sol, 3. Planet
Die Nase ist recht komplex. Das muss man erstmal ordnen. Verdammt viel Ester für Barbados. Sich zersetzende Pflanzenreste treffen auf Kamillentee, Hautpflaster und deutlich Kräuter. Melisse, Minze und echt deutlich so Richtung Husten- und Bronchialtee mit Süßholz. Aber auch die Kamille ist echt krass vordergründig. Lakritz oben drauf. Fruchttechnisch Orange, Apfel, Banane, Litschi ... mit den Estern aus der Biotonne. Echt ein wilder Ritt mit diesen extrem deutlichen Kräutertee-Akzenten. Von der Eiche her recht zurückhaltend für das Alter. Bissel Kakaobutter im Hintergrund. Der Antritt ist aromatisch echt heavy. Vom Alkohol eher mild und gut eingebunden, aber diese "Kräutertee mit Estern"-Geschichte wird jetzt noch mit prickelnder Eiche verstärkt. Keine Bitterkeit, aber deutlich Eiche. Wird jetzt auch noch sahnig irgendwie. Kamille-Kräutertee mit Sahne und prickelnder Eiche + Ester. Sowas kannte ich bisher auch nicht. Abgang lässt diese Mixtur gut ausklingen. Mittellang.
Das ist mal ganz speziell. Ein wahres Erlebnis, aber hat auch was von Freakshow. Komplex ohne Ende und extrem eigenwillig. Bin noch ganz perplex und unschlüssig, ob ich das mag. Der Erfahrungswert ist aber phänomenal.
------------------------------------------------ Quoten-Alien des Forums
Na, Leute haben später erzählt, hätte ich mir Geschichte nur ausgedacht. Böse Leute haben erzählt: Hätte ich Schwäche für Alkohol, die ich auf Erde heimlich mache, aber wenn ich bin auf lange Raumfahrt, dann hemmungslos. Gott allein weiß was gibt für Gerüchte, aber so sind Menschen: Glauben lieber größte Blödsinn, als wahre Tatsache. Ijon Tichy - Raumpilot
Quick Review: Rockley ist ein verdammt beliebter Stil bei Rum Enthusiasten, vor allem wegen dem 1986er Jahrgang.
Ich habe beide probiert, und kann mich der Kritik dass dieser hier zu dünn ist nicht anschließen. Ich finde dass beide von der Balance des Kiefernwalds leben, mehr als von der Intensität. Der Rockley ist toll für Freunde der Komplexität. Wer Rum mag und einen Clynelish für seinen Honig und einen alten Bowmore oder Talisker mag, der wird auch den 86er oder eben diesen Rockley zu einem Bruchteil des Preises lieben
Nase: Der riecht schon recht abgefahren. Etwas Ester, Laub bzw. heruntergefallene Baumnadeln, etwas kräutrig-grasiges Aroma, leicht fruchtig, geht so in die Richtung unreifer heller Früchte. Sehr komplex aber schwer einzelne Aromen zu fassen
Geschmack: Wieder sehr Kräuterbetont. Etwas wie Ricola aber weniger süß. Dazu recht intensive Ester. Unreifer Früchte sind schmeckbar. Es kommt ein Hauch grüner Olive dazu. Auch hier sehr komplex aber es ist schwierig einzelne Noten herauszugreifen.
Abgang: Erstaunlich mild. Waldhonig mit Oliven, etwas Karamell, nach ein paar Momenten kommen die leicht herben Kräuter wieder deutlich heraus. Wenn er schon fast weg ist klopft eine erstaunlich intensive Limette an. Toll.
Fazit: Der hat mich wirklich überrascht. Ich hatte inzwischen ja den ein oder anderen R(h)um im Glas aber noch nie so einen. Der ist unheimlich kräutrig ohne zu herb zu sein. Dazu recht intensive Ester wie ich sie auf Barbados nicht erwartet hätte und eine ganz dezente Süße. Ich finde den echt toll auch wenn er sicher nichts für jeden Tag ist.