Der Dram stand über eine Stunde im abgedeckten Snifter, bevor ich zur Verkostung gekommen bin.
Nase: Dicht, intensiv und vielfältig. Dabei ist der Alkohol gar nicht so im Vordergrund, wie man bei ca. 65% erwarten könnte. Leder, Tabak, Kirschen, Gartenkräuter, feuchte Erde, nasses Holz, ein wenig brauner Zucker. Dabei wartet er immer mit einer gewissen Öligkeit auf. Dann ist da noch etwas nussiges im Hintergrund. Der verträgt ordentlich Wasser. Die Aromen an sich ändern sich kaum, der Whisky erscheint cremiger und öliger in der Nase, dazu geht erwartungsgemäß die alkoholische Frische zurück.
Mund: Die Eindrücke aus dem Verriechen setzen sich fort. Pur geht in winzigen Schlucken, aber man merkt gleich den enorm hohen Alkoholgehalt und wie unsgestüm er in den Mund kommt. Der betäubt die Zunge, starkes Prickeln, man merkt sonst fast nichts. Mit Wasser: Verständlicherweise milder, öliger, die Fruchtnoten werden etwas deutlicher und heller. Dafür werden auch die Eichennoten würziger und prägnanter.
Finish: Mittellang, harmonisch ausklingend, dann mit heftiger Trockenheit auf der Zunge, extra starker Espresso. Gleichzeitig verbleibt eine schöne Süße in den Backentaschen.
Kommentar: Ein starkes Stück ... jedenfalls pur genossen. Der sollte unbedingt Wasser bekommen, das verträgt er gut. 87 / 87 / 86 P.
Gott schütze uns vor Sturm und Wind, und Autos, die aus England sind.
Nase Gleich zum Auftakt Bratensauce und Rotwein. Eine herzhafte, dunkle Umami-Note, tief und würzig. Eine feine Sherrysüße zeigt sich gefolgt von Rosinen, rote Beeren, vielleicht ein Hauch Feige. Darunter schiebt sich ein kaum merklicher Schwefelton. Kräuter, frisch gezupft, harzig, ätherisch – Thymian, Salbei, vielleicht etwas Rosmarin. Minze, fein und flüchtig, fast mentholisch.
Geschmack Schwarzer Pfeffer und Säure starten hier. Eine feine Balance zwischen Würze, Säure. Ohne Wasser mir zu stark. Mit Wasser tritt die Schärfe zurück. Rhabarber, frisch, knackig, mit dieser typischen Kombination aus Frucht und herbem Biss. Die Werkstattnote, metallisch, ölig, ein wenig nach Gummi und Maschinenöl bleibt im Hintergrund.