Wie der Single Pot Still und der Single Grain stammt der Small Batch Rye aus der wiedereröffneten Kilbeggan Distillery, nicht aus der Cooley Distillery.
Nase Erfrischende Nase mit Honigmelone, grünem Apfel, grünen Trauben. Leichte Getreidenote. Orangenschalenabrieb, Mandeln, Haselnüsse. Kokosnusswasser. Vollmilchschokolade, weiches Toffee. Milde Würze mit weißem Pfeffer, Nelkenpulver, Bohnenkraut und Zimt.
Geschmack Für 43% ein überraschend intensiver Antritt, der entgegen der fruchtig-frischen Nase zunächst würzig startet. Bringt einiges an Single Pot Still-Gewürzen: Pfeffer, Muskatnuss, Nelken, Lorbeerblätter, Zimt. Macht Spaß. Cremiges Mundgefühl. Leicht holzig-getreidig (der Rye-Anteil?). Grüner Apfel, Birnenmus, grüne Trauben, Melone. Süßer Vanillepudding aus dem Tütchen.
Abgang Mittellang und deutlich trocken, dabei anziehende Würze mit Honig und süßem Apfel im Hintergrund.
Fazit Seit 2010 brennt Kilbeggan wieder. Oktober/November 2018 ist der Small Batch Rye rausgekommen; wie alt mag er also wohl sein, irgendetwas zwischen 5 und 8 Jahren? Könnte hinkommen. Mit seinem Rye-Anteil von ca. 30% nimmt er eine Sonderstellung unter den Irish Whiskeys ein. Auf dem Label genannt sind als Zutaten: rye, malt and barley. Mit ‚malt‘ dürfte malted barley, mit ‚barley‘ unmalted barley gemeint sein, also genau die Zutaten, die einen Single Pot Still ausmachen. Mindestens 30% malted und 30% unmalted barley muss ein SPS enthalten, dazu noch höchstens 5% anderes Getreide, damit Single Pot Still auf dem Label genannt werden darf. Mit seinen 30% Rye fliegt er aus dieser Kategorie zwar raus, geschmacklich geht er aber schon deutlich in diese Richtung. Und das war wohl auch beabsichtigt, die Brennerei wollte einen Whiskey abfüllen, wie er vor 1900 öfters in Irland in die Flasche kam (da die britische Krone eine Steuer auf gemälzte Gerste erhob, suchten die irischen Brennereien nach einer Alternative und fanden sie in ungemälzter Gerste und anderem Getreide). Und was man mit dem Small Batch Rye im Glas hat, macht durchaus Spaß, ist nicht nur whiskeyhistorisch interessant. Der Rye-Anteil fügt sich gut ein und dominiert nicht, wie es bei amerikanischen Ryes, die einen höheren Rye-Anteil haben, der Fall ist. Dazu angenehme Fruchtnoten, Würze, ordentlicher Abgang - bei dem Preis kann man wirklich nicht mehr erwarten. Und man kann ihn durchaus im Irish Coffee versenken - muss man aber nicht. ;-)
Milchstraße, Lokale Interstellare Wolke, Sonnensystem Sol, 3. Planet
Irgendwie erinnert mich der Geruch voll an Mähdreschen. So riecht die Luft, wenn die Bauern die Ernte einholen. Aber natürlich ist hier noch mehr zu finden. Vanille ist da, wie auch fruchtige Noten von süßen Äpfeln, weichen Birnen und ein Hauch Traube (hell). Etwas "grasiges" mischt sich dazu. Der Roggen ist sowohl als Roggenmehl, wie auch als Roggenkruste bei einem Brot vertreten. Ein Spritzer Honig im Hintergrund und ein wenig Kakaobutter. Geschmacklich wesentlich harmonischer, als es mir die Nase suggeriert hatte. Schon recht aromatisch-kräftig für die nur 43% und die vermutlich kurze Reifezeit. Hat etwas von Getreidebrei mit Apfelstücken. Würzig ist der Stoff auf jeden Fall. Leicht pfeffrig, Muskat und schon spürbar Eiche. Kakaonoten kommen dazu. Der Abgang ist eigentlich schon mittellang und cremig. Kakao schwingt mit; die Roggenwürze bleibt erhalten.
Gefällt mir eigentlich immer besser; manchmal braucht es ein 10cl Sample. Für eine Anschaffung mir dann doch zu einfach (wenn einfach, dann mag ich eher so "Style Speyside"). Interessant aber dennoch und echt schräg, wie "nicht-amerikanische Rye" so schmecken können...
------------------------------------------------ Quoten-Alien des Forums
Na, Leute haben später erzählt, hätte ich mir Geschichte nur ausgedacht. Böse Leute haben erzählt: Hätte ich Schwäche für Alkohol, die ich auf Erde heimlich mache, aber wenn ich bin auf lange Raumfahrt, dann hemmungslos. Gott allein weiß was gibt für Gerüchte, aber so sind Menschen: Glauben lieber größte Blödsinn, als wahre Tatsache. Ijon Tichy - Raumpilot
Nase: Süß, fruchtig-würziger Beginn mit Birnen, Äpfeln, Weintrauben, Pfirsich. Später etwas Staub und Wachs. Feine Roggenuntertöne, eine Spur Schokolade. Relativ elegant, ohne zu intensive Aromen.
Gaumen: Süß, Honig, helle Früchte mit Birne, dann würziger werdend und dazu Eichennoten. Leichte Bitterkeit. Sehr weich.
Abgang: Mittellanger Abgang mit Getreide, leichter Bitterkeit, Beerenfrüchten, Pfeffer, Honig und Süße.
Fazit: Ein eleganter Whiskey, der im Gegensatz zu der oft bei Rye-Whiskies ausgeprägten Würzigkeit eine eher feine Klinge schwingt. Die irische Herkunft kann er nur schwer verbergen, ein paar Prozente mehr hätten ihm vermutlich gut getan.