Abgang: süß, Süßholz, Weingummi, ganz leicht herbe Eiche, recht lang
Fazit: Ich hatte sehr viel Spaß mit dem. Insbesondere der Geschmack ist hier hervorzuheben. Er ist recht jung und stark fassgetrieben aber wenn man das mag und auf rotfruchtig süße Malts mit ordentlich Bums steht ist man hier genau richtig.
Hab mich mal dem Sample von @Whiskytester näher gewidmet gestern Abend!
Deanston 2008 Bordeaux Cask matured
Aroma: Alkoholisch stechend, von der Intensität her gut passend zur intensiven Eichenwürze. Rotweinnoten mit Nelke, Muskatnuss, Colanuss. Die deanston Malzigkeit hält sich im Hintergrund. Das junge Destillat gibt noch hell fruchtige Süße ab, Marille, Birne, Stachelbeere, aber all das nach dem anfänglich wahrgenommenen Fassaroma.
Geschmack: Unverkennbar die DNA vom Deanston 10 Bordeaux Finish, voluminös, süß, würzig. Das Holz ist hier harmonischer, als es die Nase vermuten (bzw. befürchten ) lässt. Eingekochte Äpfel, tanninige europäische Eiche, rote Grütze und bittere Kräuter.
Abgang: Sechuan Pfeffer, Süßholz, Kaffee und Rosinen süße. Kurzer Abgang, zeitweise trockener werdend, driftet aber nicht ins bittere ab. Beim ausatmen ist der Rotwein wieder da, ganz flüchtig.
Fazit: Ich bleibe bei meiner ersten Einschätzung - um den zu mögen, muss man viel für europäische Eiche übrig haben. So sehr mich der Deanston 10 Bordeaux Finish begeistert hat, ist mir die Vollreifung hier etwas zu sehr voll auf die 12 vom Fasseinfluss. Interessant trotzdem mal die ‚reine‘ Variante im Glas zu haben, mit paar Jahren ex-Bourbon aber viel harmonischer. Von mir gibts 84 Pkt.
Nase: Massive Eiche trifft auf frische rote Früchte, Sauerkirsche, Johannisbeere, Himbeere, das Holz hat ordentlich Politur abgekriegt, bisschen Menthol, der Alkohol sticht ein wenig in der Nase, Orangenschale, etwas Leder und Tabak, jetzt dreht die Vanille auf, Schwarztee, dunkle Schokolade, bissl Zimt und Muskat, ganz wenig Piment, leicht erdige Untertöne mit Anklängen an verrottendes Herbstlaub
Gaumen: Ein großer Löffel rote Grütze wird in den Mund geschoben, eingekochte Sauerkirsche, Preiselbeerkompott, gezuckerte rote Johannisbeeren, Himbeeren, die Rotfruchtigkeit ist eingebettet in Vanillecreme und dunkle Schokoladenmousse, Orangenschale, kräftige Eiche mit Lackspuren und dünner Politur gibt es obendrauf, Tannine mit dezenter Bitterkeit, eine ganz leichte Mentholausdünstung entweicht, immer wieder ein kleiner alkoholischer Biss, stört aber kaum, Piment, Muskat, Zimt, bisschen Lederabrieb
Abgang: Mittlere Länge, die trockene Eiche schlägt mit der adstringierenden Lederpeitsche um sich, dunkle Schokolade, schwarzer Kaffee, bissl Tabak, Zimt, Piment, Malz, der Nachgeschmack nach morschem Holz mit Anklängen an Laubwald und humusreicher Erde wird durchzogen von rotfruchtigen Schlieren, Kirsche, Johannisbeere, Himbeere, minimal Vanille
Bewertung: Einzig das bisweilen erkennbare alkoholische Aufglühen verrät ein wenig die Jugend dieses mit 9 Jahren erstaunlich eichenlastigen und reif wirkenden, sehr schönen Malts. ‘‘Deanston‘‘ und die Reifung in Rotweinfässern scheinen eine gute Kombination zu ergeben, auch wenn ich den Abgang hier ein klein wenig zu trocken finde.
“I definitely was attracted to similar things in punk and science. They both depend on a healthy dose of skepticism.” Greg Graffin