Nase: Orangeat und kandierte Orangenschalen. Kirschen, gebratener Apfel. Milchschokolade und Jaffa Cake. Cassis und Brombeere. Blütenhonig und Toffee. Etwas geröstete Haselnuss.
Mund: Öliger Antrit, mundfüllend in der Aromatik. Honig und Toffee auch im Mund, türkischer Honig. Orangennektar, Bratapfel, ein Beerensmoothie. Die Eiche macht sich mir einer feinen Würze bemerkbar, etwas Kardamom. Zartbitterschokolade. Sehr schönes Wechselspiel aus Süße, Frucht und Würznoten. Etwas geröstete Nuss. Druckerschwärze und Moos auf feuchtem Stein.
Finish: Mittellang, Orange wird zu Pampelmuse, weiße Schokolade und ein Hauch Tabak.
90/100
Fazit: Blind würde ich weder auf 10 Jahre, noch auf aktuelles Bottlingdatum tippen. Der Whisky wirkt von der Reife eher wie 14+ Jahre, das Sherryfass ist sauber, keine überbordende Eiche, Schwefel oder Fehlnoten. Tolles Frucht-Würze Verhältnis. Kommt durch das tolle old-schoolige Fass und die Aromen im Mund auch eher wie ein Whisky älteren Baujahres rüber.
________________________________________________________ “Because some men aren't looking for anything logical, like money. They can't be bought, bullied, reasoned, or negotiated with. Some men just want to watch the world burn.”
Nase: Eine scheue Begrüßung mit getrockneten Orangenschalen und Bratapfel unter einer Decke aus feuchten Kieselsteinen und eingestaubten trockenen Eichenbrettern, Specksteinabrieb, Rosine, Dörraprikose, Zwetschgen, wenig Vanille, Kakao, angenehm nussig, durch Luftzugang erweitert sich das Spektrum etwas und es treten Honig und Heidekraut sowie röstiges Malz hinzu, leicht erdig-mineralisch zeigt sich eine minimale Andeutung an Torfrauch
Gaumen: Toffee, getrocknete Orangenschale, leicht prickelnde Säure im Antritt, schwarze Johannisbeeren mit gerbstoffreicher Schale, geröstete Haselnüsse in dunkler Vollmilchschokolade, Rosinen, Aprikosen, Bratapfel, jetzt gewinnt die Eiche mit ihrer Holzwürze an Präsenz, wirkt dabei auch etwas morsch und eingestaubt, aber nicht bitter, dickes Blockmalz, Heidekraut, Kamille, in weiter Entfernung schleicht eine dünne Rauchschwade herum, torfig-erdig und mineralisch
Abgang: Mittlere Länge, getrieben von Malz und wärmender Eichenwürze zeigen sich Zimt und Piment neben dunkler Schokolade und gerösteten Nüssen, Orangenmarmelade mit dicken Zesten, zum Ende hin wieder Holzstaub und mineralisches Gesteinsmehl, gebackene Äpfel und Zwetschgen gesellen sich dem von einem subtilen Hauch Torfrauch untermalten Nachgeschmack hinzu
Bewertung: Mein erster unabhängig abgefüllter ‘‘Benromach‘‘ und wenn ich es nicht vorher gewusst hätte, wäre ich sehr wahrscheinlich nicht auf diese Brennerei gekommen. Das würzige, malzige Destillat mit seinen mineralischen und zartrauchigen Anklängen ist zwar vorhanden, dabei aber ein wenig zu verhalten und könnte für meinen Geschmack noch besser mit den ansprechenden Fassaromen verwoben sein. Ein guter Malt, der mich aber nicht vollends überzeugen kann.
“I definitely was attracted to similar things in punk and science. They both depend on a healthy dose of skepticism.” Greg Graffin