Art: Single Cask Rum Land: Guyana Destillerie: Diamond Distillery Ausgangsmaterial: Melasse Destillationsverfahren: Port Mourant Double Wooden Pot Still Abfüller: Kintra Abfüllungsserie: The Rum Collection
Alter: 12 Jahre Brenndatum: 05/2005 Abfülldatum: 06.03.2018 Fasstyp: Oak Cask Alkohol: 55,9 %vol Preis: ~80€ (Ausgabepreis) Limitiert auf 235 Flaschen
Nase: Ein sehr präsenter Geruch von reifen Ananas schlägt mir schon beim Einschenken entgegen, auch eine aus ihrer braunen Schale befreite fast verflüssigte Banane kommt mir in den Sinn, kandierte Papaya- und Mangostückchen, mit verringerter Distanz zum Glas gehen die tropischen Früchte in ein klassisches Rum-Backaroma über, Butterstollen mit Rosinen und Marzipan, ein bisschen Melasse, Vanille wird von einer milden getoasteten Eichennote mitgetragen, beim tiefen Schnuppern zeigt sich neben leichter Säure auch ein wenig Gummi, fabrikneuer Fahrradschlauch, gegorener Zitronensaft, ein Tröpfchen weißer Balsamessig, auch eine Andeutung an Essigsäureethylester schwingt mit
Gaumen: Sehr schönes Mundgefühl mit initialer Adstringenz, ein erfrischender Zitruskick wandelt sich schnell in reife Ananas, kandierte Papaya, überreife Honigpomelo kurz vor dem Umkippen, ein kleines Stück Mango aus der Dose, immer buttriger werdend, Mandeln und Marzipan, Rosinen, Vanille, Honig, zermatschte Banane mit braunem Zucker für die süße Grundlage, feines trockenes Eichenholz ohne Bitterkeit im Hintergrund, gerösteter Kaffee und Kakao in Spuren, der Gummischlauch traut sich auch immer wieder auf die Bildfläche, wird aber jedes Mal von der zuckrig-fruchtigen Vielfalt in die Flucht geschlagen
Abgang: Ziemlich langer Abgang, ein kurzzeitig herber Einschlag wie von einer grünen Olive leitet den Eichenausklang ein, dieser bekommt noch ausgeprägte Röstaromen mit Kakao und Kaffee zugefügt, Vanille, Marzipan, getoastetes Holz mit einem dünnen gummierten Überzug, die Mundschleimhaut wirkt regelrecht belegt und entlässt beim Kauen immer wieder zuckrig-süße Noten von Ananas sowie Papaya und Bananenchips
Bewertung: Es muss nicht immer Jamaica sein, wenn man deutlich ausgeprägte Ester sucht. Diese werden auch hier sehr schön in Szene gesetzt und harmonieren mit den trockenen Eichenaromen des Fasses sehr gut. Ein toller Rum, der bei mir für großen Genuss sorgt.
“I definitely was attracted to similar things in punk and science. They both depend on a healthy dose of skepticism.” Greg Graffin
Milchstraße, Lokale Interstellare Wolke, Sonnensystem Sol, 3. Planet
Wow, der hat ordentlich Ester. Anders als die von Jamaika, aber dennoch recht heftig. Dazu so eine milchige Hansaplast-Note mit Kamilletouch, wie ich sie aus Guyana und manchmal von den Sancti Spiritus Rums von der Insel Kuba her kenne. Die Fruchtpackung ist ordentlich. Litschi, Ananas, grüne Banane und allerlei, was quasi schon längst in die Biotonne gehört. Honigmelone kommt noch durch. Das Eichenholz ist nicht präsent; der Alkohol lauert hinter Schwester Ester. Im Mund "fruchtig-aufmüpfig" - Ester sind halt wie Früchte auf Steroiden - und recht mild für die Alkoholstärke. Cremig mit Vanille und Kakaobutter und dunklem Kakaopulver. Eiche ist jetzt da, aber angenehm und angemessen. Abgang ist recht lang mit anhaltenen Estern und trockenem Kakao.
Schöner straighter Rum. Zeigt gut, was noch eher junger Guyana Rum so kann.
------------------------------------------------ Quoten-Alien des Forums
Na, Leute haben später erzählt, hätte ich mir Geschichte nur ausgedacht. Böse Leute haben erzählt: Hätte ich Schwäche für Alkohol, die ich auf Erde heimlich mache, aber wenn ich bin auf lange Raumfahrt, dann hemmungslos. Gott allein weiß was gibt für Gerüchte, aber so sind Menschen: Glauben lieber größte Blödsinn, als wahre Tatsache. Ijon Tichy - Raumpilot