Art: Single Malt Region: Irland Abfüller: Waterford Distillery
Alter: 4 Jahre, 1 Monat, 2 Tage Brenndatum: KW 22/2016 Abfülldatum: September 2020 Fasstypen: 34% FIRST FILL U.S 20% VIRGIN U.S. 23% PREMIUM FRENCH 23% VIN DOUX NATUREL Alkohol: 50.0% vol. Preis: ~70.00 € „Limitiert“ auf 30.000 Flaschen
BARLEY TIMELINES Sown 7 April 2015 Harvested 13 September 2015 Arrived at Cathedral 14 September 2015 Went to Maltings 5 May 2016 Arrived at Distillery 19 May 2016 FermentationStarted 26 May 2016 Distillation Started 1 June 2016 Distillation Finished 4 June 2016 Filled at Warehouse 13 June 2016 Marriage of Casks 16 July 2020 Sent for Bottling 28 September 2020
BARLEY, YEAST & WATER Variety Overture Yeast Mauri Distiller's Yeast Production Water Volcanic Aquifer Fermentation 136 hours
Nase Toffee, Malz, Karamell, dazu getrocknete Kräuter und der Duft von Trockenblumen. Kalter Kaffeesatz, vermischt mit Blockmalz, Hefeteig und einer Spur getrocknetem Lavendel. Majoran, Kerbel, Estragon. Und doch auch Anflüge einer frischen Note von frisch aufgeschnittenen roten Äpfeln und Mirabellen. 87
Geschmack Süßer Apfelstreusel, Malz, Toffee, Vollmilchschokolade. Und da kommt dann ziemlich rasch eine trockene Holznote um die Ecke, bringt Ledernoten und Tabakblätter mit sich. Leicht herbe Kräuter auf der Zunge - Majoran und Kerbel dazu - verleihen ihm eine gewisse Tiefe. Herber Honig, Zuckerrübensirup. 87
Abgang Feinherber, gar nicht mal so kurzer Abschluß. Fudge, Karamell, dunkle Schokolade und kalter Kaffee bilden die Nachhut. 86
Fazit Ich bekenne: Die Notes sind nahezu gleichlautend mit denen, die ich zum Ballymorgan 1.1 verfasst habe. Der Altersunterschied ist marginal: 2 Monate und ein paar Zerquetschte. Die Fässerzusammensetzung ist zwar nicht identisch, aber ähnlich:
1.1 37% FIRST FILL U.S 18% VIRGIN U.S. 27% PREMIUM FRENCH 18% VIN DOUX NATUREL
1.2 34% FIRST FILL U.S 20% VIRGIN U.S. 23% PREMIUM FRENCH 23% VIN DOUX NATUREL
Klare Sache, eigentlich. Und doch wundere ich mich nun, da ich den 1.2 im Glas habe, ein wenig über meine Bewertung des 1.1. Der Abgang ist doch eigentlich gar nicht so kurz, und in der Nase fehlten bei den Notes zum 1.1 irgendwie auch die Toffee- und Karamellnoten… Jedenfalls hat der 1.2 seine/meine 87 Punkte mehr als verdient, und ich kann beim besten Willen nicht sagen, ob der Zugewinn im Vergleich zum 1.1 objektive Gründe hat in Form von etwas mehr Reife oder subjektive Gründe, basierend auf der zunehmenden persönlichen Überzeugung, dass das Zeug aus Waterford einfach nur lecker ist. Ist mir an dieser Stelle, in diesem Moment, aber letztlich auch herzlich egal. :)
Nase: Süße, getreige und fruchtige Gebäck-Aromen stimmen mich schon positiv ein. Dazu kommen Weißwein, Obstsalat wobei ich die Ananas besonders dominant empfinde. Gebäck und Frucht? Da habe ich die Assoziation zu Jaffakeksen. Außerdem Vanille und habe ich schon erwähnt wie mild er in der Nase ist? Nicht? Er ist mild, und ich finde noch Wein- bzw. Fruchtgummi bei einer klaren Frische!
Gaumen: Süß und ein kräftiger Antritt, den die Nase nicht vermuten würde. Englisches Weingummi mit Orange und malzige Noten mit Keksen... Jaffakekse! Ich habe ein paar Tropfen Wasser dazu gegeben, wodurch er samtig weich und cremig wird. Leichte herbere Nuancen schwingen mit...
Abgang: Ganz schön lang! Süße Weinnoten, malzig, Ananassüßes Gebäck und Rotweincreme. Das Mundgefühl ist ölig und prickelnd. Dann habe ich Marzipan und beim Ausatmen immer wieder Rotweincreme.
Bewertung: Eine sehr schöne Nase und sie zieht sich bis zum Abgang wie ein roter Faden fort. Der Ballymorgan gefällt mir richtig gut! Sehr nahe am WOW-Effekt und daher bekommt er heute von mir 88 Punkte.
Aroma: Getreide, Malz und getrocknetes Heu im Antritt. Er kommt ziemlich würzig und eichenbetont rüber. Entfernt Vanille- und Weißweinnoten. Ein bisschen erinnert er mich jetzt an eine blumige Badekugel. Anklänge von Kräutern. So eine ganz leichte Biernote habe ich noch. Die hab ich auch oft bei Deanston. Liegt vielleicht an der langen Fermantationszeit. Vielleicht hab ich auch deshalb erstmal an Deanston denken müssen.
Geschmack: Süß und gedreidig im Antritt. Bittermandel, Trauben und Vanille. Irgendwie auch auch ein Touch Bourbon. Eine gute Portion Eichenwürze mit etwas Pfeffer.
Abgang: Länger als ich erwartet habe. Er hält seine Kraft lange aufrecht und füllt den Mund lange mit einer schönen Würze aus. Hier kommt noch der Süßwein durch.
Fazit: Nicht übel spach der Dübel. Der gefällt mir gut. Schönes Aroma, genügend Komplexität, Geschmack ist auch lecker. Und ich hab an Deanston gedacht. Was soll da noch schiefgehen.
Das Fass ist eine wichtigere Erfindung als das Rad, denn in einem Rad kann man keinen Whisky reifen.