Aroma: Wirkt auf mich erst einmal nicht rauchiger, als zum Beispiel ein Ardbeg 10, schön süß, mit kandierten gelben Früchten, Pfirsich/Mango, etwas Minze, die Fassstärke drückt in der Nase, Vanille, leicht säuerlich, geht auch Richtung Quitte, etwas salziger Speck, ein Hauch Zartbitterschokolade, nach dem ersten Schluck meine ich, dass auch in der Nase nun der Rauch intensiver geworden ist
Geschmack: Hier hat sich also die Supernova versteckt, eine Geschmacksexplosion, Rauch!!!, intensiv, etwas Zimt, Ardbegsüße, trockener Rauch, wie Asche, Vanille, dazu die gelben leicht säuerlichen Früchte,
Nachklang: Rauch, Rauch, Rauch, der Mund ist voll davon, immer trockener werden, nur von Rachen kommen vereinzelt süße Anklänge der Frucht auf, jetzt auch deutlicher Vanille im Nachklang, recht lange anhaltend
Fazit: Da kann rein vom gefühlten Rauchlevel für mich kein Octomore mithalten! Ein toller Ardbeg, der mich genau dahin trifft wo es sein soll....mitten ins Gesicht ;-)
Nose Ganz sanft und auf harmlos machend pirscht er sich heran an die Nase. Zitronenkuchen schmeichelt der Nase, daneben feiner/feinwürziger Rauch. So hell er aussieht, so leicht wirkt er mit seine Apfel- und Birnennoten und dem verschämten um-die-Ecke-Gucken der Noten von Schmierfett und Dieselabgasen. Allein - man will ihm nicht so recht trauen...
Taste Ja, da isser doch. Und das liegt nicht an den auch unverdünnt sehr gut genießbaren 60.1%. Jetzt flutet heißer Rauch den Mundraum, Zitronensaft und Apfelmus dazu. Er ist trocken und streng und dann doch sehr schnell aschig. Etwas Vanille und die Zitrone federn den Rauch ab, aber der Rauch/die Asche ist omnipräsent und bestimmt den Takt.
Finish Lang und angenehm trocken mit endloser Rauchfahne und zum Ende hin zunehmender Süße von hellen Früchten.
Comments Tolles Wechselspiel von Nase und Gaumen, dazu ein schöner langer Abgang - einfach nur spitze.
Nase: Auf Anhieb gibt es einen von herrlich frischen Zitronenschalen untermalten speckigen Torfrauch in die Nase. Der Ersteindruck strotzt nur so vor Intensität. Allerdings ohne grobschlächtig zu sein. Der Alkohol ist für die hohe Fassstärke bemerkenswert gut eingebunden. Sattes süßliches Malz sorgt zusammenmit dem Räucherspeck für eine regelrecht ‚fette‘ Nase, die durch die omnipräsenten Zitrusaromen auf eine bezaubernde Art spielerisch frisch wirkt. Grüne Äpfel und helle kandierte Frücte schwingen mit. Eine gewisse Jugend ist unverkennbar und übermäßig facettenreich zeigt sich der Tropfen auch nicht. Aber das tut überhaupt keine Not. Im Gegenteil: das was dieser Tropfen macht, macht er verdammt richtig. Die Frage, ob hier auch etwas warmes Gummi mitschwingt, bleibt zunächst unbeantwortet. Der erste Schluck war schneller.
Mund: Der Antritt erinnert an eine Faust im Samthandschuh. Das satte süßliche und von zahlreichen Aschepartikeln durchsetzte Malz sorgt bei aller Intensität für ein nahezu samtiges Mundgefühl. Von Zeit zu Zeit machen sich gefühlt etwas größere Stückchen Holzkohle bemerkbar. Ein paar Spriter Zitronensaft blitzen durch und sorgen für einen schönen Kontrast. Pfeffer ist auch mit von der Partie, aber das Malz, der Rauch und die Asche halten fest das Zepter in der Hand. Der Übergang zum Finish gestaltet sich dank der eher hintergründig wirkende Eiche zunehmend trocken.
Abgang: Das Finish ist lang und eine konsequente Fortsetzung des Geschmacks. Nach dem letzten Schluck hält sich noch minutenlang eine wohlige Wärme im Bauch. Wärenddessen brennen der itensive speckige Torfrauch, das dichte süßliche Malz und die hintergründigen Zitrusfrüchte ein wahres Islay-Feuerwerk ab. Besser gesagt ein Lagerfeuer, da es Asche satt gibt. Ich mag die eine oder andere Nuance übergehen, aber das spielt für mich jetzt überhaupt keine Rolle. Zurücklehnen, Augen zu und Genießen ist angesagt.
Charakter: Ein Ardbeg, der trotz bei all seiner Jugend wie aus einem Guß erscheint: speckiger Torfrauch, Asche, sattes süßliches Malz und nicht zuletzt Eiche greifen sorgen für einen ungemein intensiven, unvergleichlich sanften Islay-Genuss. Gekonnt verfeinert mit herrlichen Zitronen. Trotz der hohen Fassstärke, rate ich sparsam mit Wasser umzugehen. Ein paar Tropfen sind o.k., aber keinesfalls mehr als einen Teelöffel pro 2cl. Dann leiden sowohl die Intensität als auch das Mundgefühl.
Bewertung: Diese Abfüllung hält genau das, was ich mir von einem Ardbeg Supernova verspreche. Dieses in sich stimmige Kraftpaket liefert einen rundum schönen Islay-Trinkgenuss. Übersetzt macht das für mich satte 90 Punkte. Tendenz 91. Der Preis steht auf einem anderen Blatt Papier. Das muss jede/r für sich selbst entscheiden.