Nase & im Glas: Ein dunkles Heu bzw. ein helles Gold schimmert im Premium Sniffer Glas. Ölig elegant rinnen die Legs am Rand herunter. Gleich zu Beginn habe ich alkoholische Schärfe in der Nase - trotz der eigentlich nur 46%. Hinter der Schärfe verbirgt sich eine überreife dunkle Banane, geparrt mit einem Duft von grünen Äpfeln. Der Gesamteindruck der Nase ist süß und weich.
Geschmack: Im Mund beginnt der Tyrconnell gleich sehr süß und gleichzeitig fruchtig - wieder die Banane und dann aber nicht mehr die Äpfel sondern etwas exotisch süßfruchtiges, wie zb Mangos oder Papayas. Sehr gut! Dann wirds ein wenig würzig, leicht pfeffrig. Das Mundgefühlmäßig ist er eher wässrig.
Abgang: Wenig Eiche mit einer dezenten Bitterkeit, wie bei einem leichten Espresso. Der Abgang ist wohlgemeint kurz bis mittellang. Da könnte mehr sein. Etwas helle Frucht liegt unterschwellig unter der Eiche und wird mit ihr bis zum wortwörtlichen bitteren Ende mittransportiert.
Fazit: Also der ist ein anderes Kaliber als der vorige Tullamore Dew 14y. Der Geschmack hält, was die tolle Nase verspricht. Einzig der Abgang könne ausdrucksstärker und langanhaltender sein. Aber dies ist mal ein Ire, der mir gut gefällt!
Nase: Schrumpelige weiße Weinbeeren kurz vor dem Sultaninenstadium verbinden sich mit Honig und reifen Nektarinen zu einer ziemlich fruchtig süßen Angelegenheit, saftige ''Galia'' Äpfel, auch ein paar tropische Nuancen von Mango und kandierter Papaya spielen mit, Weinbergpfirsiche, Orangengelee, eine Andeutung an Lychee und Guave, weiße Schokolade mit Mandelsplittern, die feine Eiche mit ihren toastigen Aromen und einer erklecklichen Menge an Vanille ist stets erkennbar, minimal Kokos, das saubere Destillat trägt noch zart malzige Getreidenoten bei, Cerealien, das Gesamtbild ist nicht unbedingt vielschichtig, aber sehr rund und einladend
Gaumen: Die vom Geruch vorgegebene Grundausrichtung wird konsequent weitergeführt, Orangengelee und Honig leiten die fruchtig-süße Gaumenparty ein, reife Mangos, Nektarinen, tropisches Früchtemüsli mit vielen Sultaninen und kandierten Papayastückchen sowie ein paar Kokosflocken und blanchierten Mandeln, reife Äpfel, Guave, weißfleischige Pfirsiche, die weiße Schokolade hat sich mittlerweile zur Milchschokolade umgewandelt, mit der Zeit kommen dann auch die getoastete Eiche und die Vanille etwas besser durch, eine kleine Prise weißer Pfeffer lässt es zudem angenehm prickeln
Abgang: Mittellang, sehr weich, die milde Eiche verabschiedet sich mit einem leisen Röstkaffee-Gruß und hinterlässt einen langsam verblassenden Schatten von getoastetem Holz und Vanille, Orangeat, blanchierte Mandeln und Kokosflocken, ein süßer Nachklang von Sultaninen und Honig beginnt, zu diesem gesellen sich nochmals aus dem Rachen aufsteigende Erinnerungen an weißfleischige Pfirsiche und die leckere Tropenfruchtmischung hinzu
Bewertung: Dieser Malt hatte aus der frisch geöffneten Flasche genossen noch ein paar alkoholische Seiten an sich, die sich aber mit sinkendem Füllstand komplett abgebaut haben. Übrig geblieben ist dadurch ein Whiskey, dem zwar überraschende Wendungen während des Genusserlebnisses absolut fremd sind, der aber von vorne bis hinten für pure Trinkfreude steht, wenn man süß-fruchtige Single Malts ohne Ecken und Kanten mag. Vielleicht nicht unbedingt was für den Fassstärke suchenden Liebhaber von Dampfhammer-Aromen, aber ein sehr runder und leckerer Tropfen!
“I definitely was attracted to similar things in punk and science. They both depend on a healthy dose of skepticism.” Greg Graffin
Folgenden Genießern gefällt das: Bruno59 und Sammy
Nase Begrüßt die Nase mit einem kleine Fruchtkorb, aus dem roter Apfel, Banane, Kiwi, Papaya und Dragonfruit hervorstechen. Ansonsten „sticht“ hier rein gar nichts, denn er ist wunderbar samtig und im positivsten Sinne ausgeglichen, ganz ohne mit diesem Eindruck Langeweile auszulösen. Früchtebrot, Jaffa-Kekse, Vanillekipferl und wieder und erneut helle und schmackhafte Fruchtnoten. 89
Geschmack In perfekter Fortsetzung der Nase legt er einen sämig-cremigen Antritt auf der Zunge hin und liefert auch hier als Kopfnoten tropische Früchte in Form von Mango, Banane, Papaya und Dragonfruit, vernachlässigt auch nicht die Basis, die mit Malz, Toffee, Fudge und Crème Brûlée sehr stabil daherkommt. Aber der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den Fruchtnoten, ein Glück, man möchte gar nicht davon lassen. 89
Abgang Wird mit zunehmender Verweildauer auf der Zunge trocken, und er nimmt diese Trockenheit mit in den Abgang, vernachlässigt dabei aber nicht sein Hauptpotenzial - die tropischen Früchte-, die also glücklicherweise noch lange nachklingen, ohne dabei von würzigen Noten ausgebremst zu werden. 88
Fazit Hier, scheint‘s, hat ein Whiskey seine annähernd perfekte Fassreifung absolviert und Reifedauer durchlaufen. Mit 16 Jahren liefert dieses zweifach destillierte Erzeugnis von Cooley Aromen, für die andere Whiskeys noch eine gute Zeit länger im Fass verbringen müssen.