Ein sehr ansprechender und charaktervoller Malt, der aus der Masse des Mainstreams herausragt. Betörende Fruchtigkeit, sirupartige Konsistenz und würzige Anklänge kaschieren meisterhaft die knapp 62 vol% Alkohol. Fehlnoten konnte ich keine entdecken. Selbst seine erkennbare Jugendlichkeit nahm ich eher als Lebensfreude wahr, nicht als Unausgereiftheit.
Ein Tipp für diejenigen, die in den Genuß einer Großflasche kommen: Pur daran schnuppern, gern häufiger. Dann mit unterschiedlichen Wasserzugaben experimentieren. Der Malt ist ein wandelbarer Geselle und präsentiert sich überraschend unterschiedlich.
Ich würde ihn wieder kaufen. Ebenfalls ist es ihm gelungen, Interesse an weiteren Abfüllungen aus Kingsbarns zu wecken.
Nase: Frisch und fruchtig mit Birnen und gelben Äpfeln, Banane, subtil zitronig, jungholzige Eiche sorgt für einen satten Fasseinfluss, Vanille, Karamell, grüne Haselnüsse, die saftig grasige Gerste präsentiert ihr sauberes Antlitz mit jugendlicher Verspieltheit, bisschen Honig
Gaumen: Junge Eiche startet einen grünholzigen Auftakt, das Mundgefühl ist jedoch sehr cremig, viel Vanille mildert den etwas herben Initialgeschmack zusehends ab, eine enorme Birnenentladung folgt, Quitte, Apfel, Zitrone, Banane, die jugendlich zuckrige Gerste bringt Aromen frischen Rasenschnitts ins Spiel, wenig Karamell und Honig, die unreifen Haselnüsse wurden mittlerweile geröstet, grüner Pfeffer, Muskatnuss
Abgang: Mittlere Länge, erfreulich unscharf, Birne, Apfel, eine Spur Zitronenabrieb, getoastete Eiche, Vanille, grüne Gerste mit malzigen Anklängen, Honig, Kakao und Cappuccino wird durch die Holzwürze beigesteuert, Banane, geröstete Haselnuss zum trockenen Ausklang
Bewertung: Erkennbar jung, aber gut. Das saubere und fruchtige Destillat ist frei von schneidender Schärfe und entwickelt eine wirklich ansprechende Cremigkeit im Mund. Da freue ich mich doch schon auf Abfüllungen dieser Brennerei mit höherem Alter.
“I definitely was attracted to similar things in punk and science. They both depend on a healthy dose of skepticism.” Greg Graffin