Zitat von MaltBoe im Beitrag #17Die Batches C921 (WB201496) und C922 (WB239698) gabs auch in Europa. Ich gehe daher davon aus, dass C923 ebenfalls nach Europa kommt.
@MaltBoe Ich habe die Hoffnung mittlerweile aufgegeben, dass wenigstens eins der drei Batches in 2023 nach Europa kommt. Auch Batch C923 ist in der Base für den amerikanischen Markt gekennzeichnet, was denke ich stimmt, da man sonst schon längst was von diesem angeblichen 'Superbatch' bei uns gelesen hätte.
Seit heute gibts das batch A123 beim bekanntesten online shop zu kaufen. Die Hoffnung, dass die beiden anderen dazukommen scheint nicht erloschen zu sein
Nase: Eine sehr angenehme und weiche Nase. Kein Schimmer von der hohen Alkoholstärke. Vanille, Zimt, kandierte Ananas, Saftorangen, reife Kiwi, Ahornsirup, Rübenkraut, Spekulatius, Karamell, ein Hauch Minze, Eichenwürze. Mit etwas Wasserzugabe kommt witzigerweise das Aroma von Brennnesseltee hinzu und die Zitrusnoten wandern in den Vordergrund. 10 Minuten später ist der Brennnesseltee wieder verschwunden und Cocktailkirschen sind hinzugekommen. Welch eine Überraschung!
Gaumen: Kraftvoller Antritt, wie erwartet. Im Mund heiß und schön cremig. Karamell, Dattelsirup, kandierte Ananas, Zitronensaft, Zimt, eingelegte Birnen, grüne Apfelringe (Weingummi), Sternfrucht, Kiwi, Datteln, Tabak, Leder, Rohrzucker, Ahornsirup, schöne Eichenwürze.
Abgang: Mittellanges Finish. Ahornsirup mit einem ordentlichen Spritzer Zitronensaft, Karamell, Kiwi, Zimt, Eichenwürze. Ganz am Schluss im Nachhall kommt leider noch etwas Biomülleimer-Aroma hinzu.
Eine wirklich schöne Abfüllung, wenn man sich erstmal in Richtung Bourbon eingetrunken hat. Kann man Spaß mit haben und sie lässt sich auch ohne Probleme auf die jeweilige Lieblingstrinkstärke verdünnen. Schlägt bei der Verkostung lustige Kapriolen und sorgt einzig im Abgang auch für eine kleine negative Überraschung.
Nase: Ich hatte neulich einen Foursquare 2010 im Glas und dachte ‚flüssig Werthers Original‘. Der hier ist beim ersten Riecher ähnlich süß, aber dann ist der Einschlag weniger zuckrig und eher pflanzlich-harzig.
Unverdünnt riecht er zuerst nach Lösungsmittel, Pinienharz, Espressokaffee und Sägewerk, etwas rauh. Aber mit einem Löffel Wasser und einiger Standzeit kommen richtig satte, cremige Noten hervor - Buttercreme, Capuccino, Ingwer, Colanuss, Muskatnuss, Pistazie, verbrannter Zucker. Richtig lecker!
Mund: Hier vollzieht sich eine ähnliche Transformation wie in der Nase. Unverdünnt eine adstringierende Holzfracht, die einem Respekt vor fassstarken Bourbons lehrt. Kann mit etwas aufwärmen auch pur genießen, aber dann in homöopathischen Dosen.
Mit Wasser und Geduld wird der Mundraum gekleidet von Karamell, Lakritz und Waldhonig, umspielt von Ingwerschärfe, Thymian und Bittermandel. Erinnert statt flüssig Werthers Original an flüssig Amarettini! Jetzt hab ich‘s!
Abgang: Normalerweise werden holzige Whiskeys trocken am Ende, der überhaupt nicht. Die intensive Harznote geht zurück und man merkt wie viel Süße im Mund lag. Malzige Süße gepaart mit viel Fasskohle, Wacholder und ein Anklang von Chlor.
Fazit: Ein spannender, holzig warmer Bourbon an dem man auch mal nen ganzen Abend schnuppern und nippen kann. Das ist allerdings ein anderes Tier als der Small Batch, der mir als daily sipper sehr gefallen hatte. Er ist komplexer, reifer, aber auch eben kein easy drinking Whiskey. Man kann ihn nicht einfach so verdünnt als Ersatz für seinen trinkstarken kleinen Bruder nehmen. Oder doch?
Geschmack: Kirschen, Ricola, Eiche, etwas Süßholz, Karamell, Zimt, etwas Anis, würziger Honig, Alkohol ist ausgezeichnet eingebunden
Abgang: Honig, Orangenschale, Lebkuchengewürz, Kräuter kommen durch
Fazit: Der schmackt mir trotz der hohen Alkoholstärke ausgezeichnet. Süße trifft auch Kräutrigkeit und viele Gewürze ohne herb zu sein. Einer der leckersten Bourbons die ich bis jetzt im Glas hatte. Ich bin sehr positiv überrascht.