Für seine saisonalen Abfüllungen lässt sich Mackmyra immer wieder etwas besonderes einfallen. Für den letzten Winter wurde die 'Winterglut' abgefüllt. Ein Whisky, der in Fässern reifte, die zuvor schwedischen Glühwein und Pedro Ximénez Sherry enthielten. Auf whisky.de habe ich die folgende Rezeptur dazu gefunden: Schwedische Eiche: 100 L 2nd Fill Amerikanische Eiche: 128 L Virgin, 1st Fill Bourbon: 200 L 1st Fill / 2nd Fill Oloroso: 128 L 1st Fill Glöggvin: 100 L bis 128 L 1st Fill PX-Sherry: 200 L Virgin Nachdem die kalte Jahreszeit nun vorbei ist, war es höchste Zeit, das Sample, das ich in Villingen-Schwenningen (Hall of Angel's Share) mitgenommen habe, zu verkosten. Wer trinkt schon gerne Glühwein im Sommer.
Farbe: Gold.
Aroma: Beerige Früchte, Zitrusfrüchte, Vanille, Kirschen. Ausgesprochen fruchtige Aromen, begleitet von einer leichten Mentholnote. Eine helle Würze kommt dazu. Recht frische, helle Noten. Nach einer Weile zeigen sich trockene Holznoten.
Geschmack: Malziger Antritt. Dann folgen Kirschen und verhaltene Zitrusfrüchte. Diese werden aber schnell von Karamell und würzigen Noten in den Hintergrund gedrängt.
Abgang: Eher mittellang mit einer kirsch-unterlegten Bitternote, begleitet von einer plötzlich auftretenden Schärfe.
Fazit: Er startet sehr fruchtig und süß. Schon im Mund lässt er nach. Letztendlich dominiert leider die Bitternote.
Nase: Zuerst etwas stechend aber auch süß ohne aufgesetzt zu wirken. Zimt, und davon eine ganze Menge. Fruchtig und Gebäck wie Apfelkuchen, Zitronenrolle und Mandarinen sowie Süßwein.
Gaumen: Pfeffer oder eher Zimtschärfe, da Zimt sehr stark dominiert, erinnert an "Big Red Kaugummi". Glühwein und Sekt mit Nelken und Orangen.
Abgang: Scharf und warm, trocken mit Marzipan. Dann ölig und Speichelfluss anregend. Wieder diese Zimtschärfe, die sich lange an Lippen und Wangen hält.
Bewertung: Der Vinterglöd gefällt mit gut! Er ist anders, gemütlich, würzig und fruchtig-frisch. Was er nicht verträgt ist Wasser! Ein paar Tropfen reichten und der Budenzauber war vorbei, sofort verwässert. Pur sehr schön, daher bekommt er von mir heute 88P.
Aroma: Süß und frisch im Antritt. Ist da vielleicht sogar ein ganz kleines bisschen Rauch? Weihnachtliche Gewürze und Shortbread. Eine leichte Lebkuchennote finde ich noch.... Seit ich den Lebkuchen identifiziert habe lässt der mich nicht mehr los.
Geschmack: Oha. Das hätte ich so nicht erwartet. Stark und würzig tritt er an. Er beim 2. Schluck ist etwas Süße zu finden. Dann direkt schwarzer Pfeffer und wie angebrannter Lebkuchen (Das schwarze verbrannte) sowie Kräuterlikör.
Abgang: Im Abgang immernoch pfeffrig und jetzt etwas Zimt.
Fazit: Schwierig zu bewerten... Das Aroma ist schön. Man erwartet im Mund dann auch diese lebkuchenartige Süße und wird leider von recht viel Pfeffer und Schärfe überrascht. Schade
Das Fass ist eine wichtigere Erfindung als das Rad, denn in einem Rad kann man keinen Whisky reifen.
Passend zur Jahreszeit und zur vorigen Mittwinternacht dachte ich, ich probiere mal den Vinterglöd von Mackmyra.
Nase & Aussehen Mit einem satten Goldton und mit langsam das Glas hinabgleitende Schlieren zeigt dich der Vinterglöd. Oha! Die Aromen vom Glögg sind sofort sehr präsent in der Nase. Als würde man ein Glühweingewürzsäckchen in das Whiskyglas halten. Die komplette Palette an weihnachtlichen Gewürzen ist hier am Start; Zimt, Gewürznelken, Sternanis, Kardamom und Lebkuchen? Es ist schwierig sich durch diese intensive Gewürzemischung durchzuriechen. Hinter dieser Aromenwucht erkennt man Orangensaft und Zuckerwerk. Mit etwas Standzeit kommen Malz und Getreidenoten hinzu. Ebenso angenehme Ex-Bourbonfass-Einflüsse kommen nun zum Vorschein, wie Ananas und viel Vanille. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden.
Geschmack Der Malt beginnt mit einem weichen, cremigen Mundgefühl. Er startet mit einem leicht zuckrigen Antritt kombiniert mit Orangensaft, Vanille und Honig. Dann wird es schnell würziger oder besser gesagt gewürziger. Die Aromen aus der Nase sind nun kompakt im Geschmack vertreten. Nelken, Zimtstange, Anis und Kardamom füllen den Mund aus. Danach erscheint weißer Pfeffer und etwas Ingwer, es wird leicht schärfer - als hätte man auf ein Gewürzkorn gebissen.
Abgang Richtung Finish kommt die Eiche stärker zum Tragen. Es wird bitterer. Die Gewürzaromen bleiben jedoch auch weiterhin präsent. Die Orange verblasst immer mehr und wandelt sich in die Schale eines grünen Apfels. Insgesamt ist der Abgang eher als mittellang zu bezeichnen.
Fazit Das Experiment ist mal nicht für jeden Tag. Auf diese Nase muss man Lust haben. Extrem starke Glühweinaromen, wirken eher aufgesetzt als integriert. Aber. Heute beispielsweise hat es mir gut gefallen. Im Geschmack ist diese Gewürzmischung samt der leichten Süße und der immer präsenteren Würze und Schärfe ein nettes Aromenspiel. Der Malt polarisiert sicherlich. Auf den muss man Lust haben. In einem Hot Toddy macht er sicherlich eine gute Figur. Insgesamt war ich positiv überrascht. Das Sample war lecker, der Kauf einer ganzen Flasche wird es jedoch nicht werden, dafür ist er zu speziell. Aber hie und da, zb. In der Weihnachtszeit…