Geruch: mittelstarker Rauch (nicht medizinisch, nicht Asche, nicht Teer, alles sehr sanft und süßlich), florale Aromen, Honig, Kamille, zarten Zitrusnoten, dezente Sägespähne, der Alkohol ist leicht spürbar
Geschmack: weich, die 48,3% sind vergleichsweise wenig spürbar, die Honigaromen werden durch den süßlichen Rauch eingerahmt, würzige Eiche, weißer Pfeffer
Abgang: mittellanger bis langer Abgang, Honigaromen, Kräuter, wieder die Kamille, am Ende eine leichte Pfeffrigkeit, die sanfte Rauchigkeit begleitet die Geschmacksnerven noch eine Weile und wird dann langsam bitterer, wobei ganz am Ende die Süße wieder die Oberhand bekommt
Fazit: ich gebe eine 3 (trinkbar) in meinem Bewertungsschema, klar ein untypischer Balvenie und bestimmt ein merklicher Aufwand im Herstellungsprozess, mit dem Maßstab der Islay-Rauchigkeit kann hier nicht gemessen werden, ähnelt eher einem Highlandpark, also ich brauche keinen torfigen Balvenie.
Slàinte Mhath
Und: Ich mag KEINE Blindsamples und Busse und aus der 100-Punkte-Bewertung habe ich mich verabschiedet.
Abgang: Mittellanger Abgang mit Rauch, Pfeffer, Malz, Tinte, Bitterkeit und etwas Schärfe.
Fazit: Der Rauch in der Nase ist gedämpft, die typischen Balvenie-Speyside-Noten jedoch auch. Am Gaumen dann deutlich mehr Rauch und ordentlich Kraft. Doch die Speyside-Noten gehen unter. Einen Versuch war es wert. Am Schluss aber gilt: Schuster bleib bei deinen Leisten. Da trinke ich lieber nichtrauchigen Balvenie.
Ich hatte gestern die Peat Week aus 2003 im Glas während eines Online Tastings. Der ist in der Runde eher durchgefallen und auch ich als Rauchliebhaber hatte erstmals die (für mich störende) Assoziation "übervoller Aschenbecher". Daher geb ich ihm heute nochmal eine Chance.
Nase: Deutlicher Rauch, aber ganz anders als bei Islays. Die bei mir eintretende Rauchblindheit scheint sich also auf Islay Rauch zu beziehen (muss ich demnächst mal bei Ledaig überprüfen). Der Rauch ist für mich im Gegensatz zu sonst aber auch nicht wirklich einladend. Nach einer Weile kann ich eine Süße entdecken, die aber sofort wieder von dem Rauch überlagert wird. Obwohl das doch nicht sein kann, muss ich an Kirschen denken. Dann kommt wieder der Rauch. Ich merke, warum ich gestern an den Aschenbecher denken musste; ganz so schlimm wie gestern ist er aber heute nicht. Nach dem ersten Schluck habe ich eine ordentliche Würzigkeit (und Weihrauch?). Viel Später meine ich, in der Nashe sogar Hansaplast zu haben
Gaumen: Dafür habe ich den Aschenbecher jetzt im Mund, nicht so schön. Alkohol spürbar, aber gut eingebunden (ist ja auch Trinkstärke)
Abgang: Rauch. mittellang bis lang. Hier ist der Rauch deutllich angenehmer. Ich muss an Kräuterbonbons (Weihnachtsmarkt) denken. Nach ein paar Schlucken bemerke ich im Abgang eine wirklich schöne Süße.
Fazit: Gefällt mir besser, als gestern. Für mich isd das aber kein Whisky, der zu einem zweiten Glas einlädt. Der ist schon nicht schlecht, aber ich kann mir nur eine Situation vorstellen, wo ich wirklich Lust auf den haben könnte: Zur Neutralisation nach einem schweren Essen. Mir gefällt Islay Rauch (selbst der von Ardbeg) besser, wenn ich ihn denn noch rieche. Er ist schon recht wandelbar (vor allem in der Nase), trifft aber nicht meinen Geschmack. Nase und Abgange gefallen mir deutlich besser, als der Geschmack. Ich muss aber auch sagen, dass der Whisky mir mit jedem Schluck ein wenig besser zu gefallen scheint.