Nase Schön fruchtiger Beginn mit Mandarine, Orangenschale, Limettensaft, Aprikose und Pfirsich, dazu Strandhafer, feuchter Sand, warme Kieselsteine, Kettenfett, Lagerfeuerrauch mit ein wenig trockenem Torf. Marzipanbrot, Mandelschokolade, Heidehonig, geräucherte Vanille.
Geschmack Weicher und sehr cremiger Antritt, Bananenmus, Pfirsich, Mandarine, Ananas, Grapefruit und Kokoswasser, mineralische Noten, salzig-maritim, Vanilleplätzchen, mit der Zeit zunehmend Torfrauch, mit Nelken gespickte Apfelstückchen, etwas Ingwer, wird zunehmend „dreckig“, sprich: die Fruchtnoten treten mit und mit in den Hintergrund, maritime, salzige und mineralische Noten kommen weiter nach vorne, dazu so eine Ahnung von Schmierfett (nicht, dass ich mal eine Fahrradkette angeleckt hätte, also „Ahnung“). Ja, das gefällt mir gerade ziemlich gut, denn er legt auch hinten raus noch mal einen drauf, ruht sich nicht einfach nur auf seinem - zweifelsohne - fulminanten Auftakt aus.
Abgang Langer Abgang, nun recht deutlicher Torfrauch, angenehme Würze, die Fruchtarmomen verabschieden sich so langsam, aber Honig und Vanille halten noch länger durch, ebenso Marzipanbrot und Ingwer (ganz wenig).
Fazit Dieser 18yo reiht sich für mich nahtlos in die Riege der Springbank 18-Batches der vergangenen Jahre ein, die mir allesamt wesentlich mineralischer und maritimer vorkommen als ihre Vorgänger (2020 und früher). Mir kommt das sehr zupass, denn ich halte die oftmals vorkommenden mineralischen Noten - den „Springbank-Dreck“ - für eine echtes Alleinstellungsmerkmal der Brennerei (Glen Scotia kann das nicht, Glengyle nur ganz selten) und ich mag es sehr, wenn der Whisky damit noch ein paar Ecken und Kanten aufweist. (Springbank Online Tasting 16.07.2026)