Nase Rauch steht im Glas. Kein Lagerfeuer, eher ein dünner Schleier über feuchtem Holz. Dazu eine einfache Süße, die an Barley sugar erinnert. Ein Hauch Kräuter. Getrocknetes Heu, vielleicht etwas Thymian. Ich gebe ihm etwas mehr Zeit. Doch viel mehr will sich nicht zeigen.
Geschmack Am Gaumen kommt eine klare Süße. Wieder Malz, wieder schlicht. Dann Pfeffer. Weißer Pfeffer, trocken, direkt. Der Rauch ist sanft, fast zurückhaltend. Er begleitet, dominiert nicht. Die Textur ist sauber, ordentlich gearbeitet. Nichts stört, nichts kippt. Und doch bleibt es erstaunlich linear. Ich hatte mehr Ecken erwartet, mehr Küste, mehr Campbeltown. Vielleicht auch mehr von dem eigenwilligen Charme, den diese Brennerei so oft zeigt. Handwerklich ist das gut gemacht. Präzise, ehrlich, ohne Fehltritt. Aber es packt mich nicht.
Mein Erstkontakt mit genau dieser Abfüllung lässt mich etwas ratlos zurück. Solide, ja. Charaktervoll? Nur in Ansätzen. Ich bleibe interessiert.
Nase Rauch steigt im Glas auf. Wie ein Torffeuer am Morgen. Dahinter Stallnoten, trockenes Heu, ein Hauch von Leder. Mit Wasser wird der Rauch deutlicher. Er tritt nach vorn, wirkt kühler, mineralischer. Die Stallnote bleibt, wird klarer umrissen. Kein Schmutz, eher landwirtschaftlicher Duft.
Geschmack Kräftiges Getreide. Gerste, kernig, rustikal. Pfeffer setzt früh an und bleibt. Der Rauch legt sich darüber wie eine dünne Ascheschicht. Wieder diese Stallnote. Wild, leicht animalisch. Das ist Charakter. Mit Wasser verschiebt sich das Bild. Mehr Stall, mehr Rauch. Gleichzeitig eine angenehme Süße, die aus dem Hintergrund tritt. Honig auf warmem Brot. Der Pfeffer bleibt.
Das war an diesem Abend klar besser als sein Vorgänger im Glas. Mehr Tiefe, mehr Kontur, mehr Dialog. Einer mit Haltung.
Und ja, @Callaman davon könnte man sich guten Gewissens eine Flasche sichern.
Nicht perfekt. Aber ehrlich. Und Ehrlichkeit ist selten genug.
Nase Mineralisch, salzig, leicht torfrauchig, eine Wiese im Sommer, voller Wildkräuter. Frisches Heidekraut, Strandhafer, Mandarinen, Aprikosen. Das ist mal wieder so eine Springbank 10-Nase, in die man sich einfach nur reinlegen mag.
Geschmack Prickelnder und fruchtiger Antritt, Fritt-Kaustreifen, Weingummi, Mandarinen, Orangenschale, Meersalz, feuchter Kieselstein. Sehr frisch und fruchtig, dabei aber in gewisser Art und Weise ältlich - ältlich im Sinne von: nicht designt, sondern ganz natürlich gereift.
Abgang Mittellanger bis langer Abgang, Mandarine, Aprikose, Mirabelle, Meersalz, feuchter Kieselstein, leichter Torfrauch, etwas Rhabarber.
Fazit Wie alle anderen Standards von Springbank unterliegt auch der 10yo gewissen Batch-Schwankungen. In letzter Zeit waren auch mal ein paar etwas schwächere Batches dazwischen, die Latte lag aber auch ziemlich hoch nach einige Batches, die beinahe schon tropisch anmutende Fruchtnoten hatten. Dieses Batch hier ist mal wieder ein ganz feines, hier gibt es rein gar nichts zu beanstanden.
Nase Anfangs noch verhalten, er benötigt ein wenig Zeit im Glas. Dann aber kommen frische Pfirsiche und Aprikosen, Wassermelone. Leicht mineralisch, salzige Meeresgischt, warmer Sand, Strandhafer, frische Gerste. Macht jetzt immer mehr auf, wird immer frischer, fruchtiger, maritimer, auch kommen nun Noten von warmem Maschinenöl auf.
Geschmack Sehr cremiger und mundfüllender Antritt. Aprikosenmarmelade, frische Pfirsiche, Grapefruit, Mandarinen, Zitronensaft. Torfrauch? Nö, irgendwie nicht, dafür aber herrlich mineralisch und ganz klassisch sperrig. Leichte Würze, die ins Süßliche spielt (milder Pfeffer, Estragon, Kardamom, Kurkuma), Vollmilchschokolade, süßer Milchkaffee.
Abgang Ohne Zweifel mittellanger Abgang, der wird einfach immer nur noch besser im Glas. Hier greift mal wieder eine alte Skat-Weisheit: von hinten sticht die Biene. Mineralisch ohne Ende, salzig, leicht würzig, sehr schöne Fruchtaromen. *Seufz*
Fazit Wenn er jetzt noch die 1a-Nase hätte, wie sie in vielen Batches der 2010er-Jahre vorkam. Reicht aber auch so, um ins Schwärmen zu geraten, selten genug bei Springbank, dass in der (meiner) Punktevergabe der Abgang die Nase schlägt.