Nase Die Nase beginnt mit einem schönen Wechselspiel aus Säure und Süße. Beides ist sofort da, ohne dass eine Seite wirklich die Oberhand gewinnt. Dazu kommt überraschend deutlicher Alkohol. Für 45,1 % und immerhin 31 Jahre zeigt der Glenlossie noch erstaunlich viel Biss. Mit etwas Zeit wird er ruhiger. Getreide kommt hervor, dazu trockenes Gras und etwas Heu. Das Bourbon Cask lässt dem Destillat reichlich Platz. Je länger er im Glas steht, desto besser gefällt mir der Whisky. Säure, Süße, Getreide und Gras bleiben klar voneinander zu unterscheiden und ergeben trotzdem ein stimmiges Bild. Das Alter merkt man ihm dabei weniger an, als ich erwartet hätte. Der Glenlossie wirkt erstaunlich lebendig und keineswegs müde.
Geschmack Am Gaumen zeigt das Bourbon Cask dann, was es kann. Vanille ist sofort präsent, dazu kommt eine schöne Süße. Vor allem die cremige Textur gefällt mir. Der Whisky legt sich weich auf die Zunge und wirkt deutlich milder, als es die Nase zunächst vermuten lässt. Mit dem zweiten Schluck wird die Vanille kräftiger. Dazu kommen etwas Honig, Getreide und eine leichte Holznote. Alles bleibt sauber und wunderbar unaufgeregt. Genau so mag ich alte Bourbon-Cask-Reifungen.
Fazit Der gefällt mir sehr gut. Bourbon Cask at its best, ganz ohne großes Theater.