Art: Single Malt Region: Highlands Abfüller: Deanston
Alter: NAS Brenndatum: 1975 up to 2020 Abfülldatum: 10.02.2026 Fasstyp/en: Oloroso, Refill, Virgin Oak, Armagnac, Cadillac Wine & Porto Story: For the first time, our Master Blender, Julieann Fernandez, has brought together six casks from across the decades each selected for character, --------not age. --------From the depth of 1975 Oloroso and calm of a 1980 refill, to vibrant 1991 Virgin Oak and rich 2006 Armagnac, each cask adds its own rhythm. --------Bright stone fruits from 2013 Cadillac and the youthful 2020 Burgundy join in, all brought together by a rare and unifying Port Lágrima finish. Alkohol: 47,8 %vol Preis: ~115 €
Sechs unterschiedliche Fässer und ein Single Malt. Ich habe Whiskyporno erwartet und das wurde geliefert. Man kann versuchen, das Potpourri an Fasseinflüssen aufzudrösseln - oder man hat einfach Spaß am tollen Mundgefühl des Whiskys und dem krassen Aromenfeuerwerk. Ich erspare mir detaillierte Notes - die offiziellen der Destille passen schon. Ich finde den am Ende weder bitter noch tanninlastig wie es manche in der Base bezeichnen - das ist eher eine mineralische (nicht metallische) Süße.
Nase Fruchtiger Einstieg. Reife Früchte, dazu direkt eine muffige Note, die sich durch den ganzen Eindruck zieht. Das Holz ist präsent und wirkt eher feucht als frisch. Mit etwas Zeit kommen weinartige Aromen dazu, die aber keine richtige Balance finden. Die einzelnen Fassnoten scheinen nebeneinander zu stehen, statt miteinander zu arbeiten. Interessant bleibt er trotzdem, nur eben nicht unbedingt angenehm.
Geschmack Malzig im Antritt, begleitet von einer deutlichen Fruchtsüße. Dann wieder diese muffige, leicht abgestandene Note. Pfeffer bringt etwas Struktur hinein, kann das sehr dominante Holz aber nicht auffangen. Dazu eine spürbare Säure, die zusammen mit den weinlastigen Noten zunehmend unrund wirkt. Die Süße bleibt zwar präsent, schafft aber kein Gegengewicht. Wasser verändert erstaunlich wenig. Weder wird er runder noch zugänglicher. Die säuerlichen und weinigen Töne bleiben bestimmend.
Fazit Definitiv keine Flasche wert, zumindest nicht für mich, und nach diesem Sample fragt man sich schon, ob sieben Fassarten wirklich eine Idee oder eher ein Versehen waren.
Nase: Anfangs erst einmal sehr "weinig" in der Nase. Es hilft sehr, ihm im Glas ordentlich Zeit zu geben. Vanille, getrocknete Orangen, Karamell, Weißwein, getrocknete Feigen, Äpfel mit braunen Stellen, gedörrte Aprikosen, Früchtebrot, mineralische Noten, ein Hauch Himbeere, Weingumminoten, Eichenwürze.
Gaumen: Fruchtig, würzig und voll im Mund. Vanille, Karamell, Fruchtweingummi aller Art, Waldpilzsuppe, Waldhonig, eingelegte Erdbeeren, getrocknete Orangen, Camembert, rote Grütze, Weißwein, mineralische Noten, Eichenwürze.
Abgang: Mittellanges bis langes Finish. Vanille, Datteln, Eichenwürze, Camembert, wieder Waldpilzsuppe, Karamell, getrocknete Orangen, leicht morsches Holz, getrocknete Feigen, Tabak.
Insgesamt ein spannendes Konzept, Fässer aus jedem Jahrzehnt seit der Brennereieröffnung zu verwenden. Dennoch trifft die Abfüllung nicht meinen Geschmack. Die jungen Fässer steuern gerade solche "weinigen" Aromen bei, die ich bei vielen "modernen" Abfüllungen als "aufgesetzt" beschreiben würde, und die älteren Fässer sorgen, zu meinem Bedauern, nicht nur für Vielschichtigkeit und Tiefe, sondern bringen auch pilzige und leicht morsche Noten mit, die mir hier dann doch den Spaß verderben. Sehr schön finde ich bei dieser Abfüllung aber den vollen und dickflüssigen Körper und auch ihre Wandlungsfähigkeit.