Nase: Ein ruhiger Einstieg, fast schon trügerisch sanft für diese Stärke. Der Rauch ist präsent, Lagerfeuer am Strand. Der Alkohol hält sich bemerkenswert zurück, kaum stechend, eher wärmend. Dahinter liegt eine angenehme Süße. Honig dazu Vanille, weich. Die Eiche bringt Struktur. Mit etwas Wasser verändert sich das Bild spürbar. Tabak tritt hervor, trocken, leicht würzig, und gibt der Nase mehr Tiefe. Kein Spektakel, sondern ein sauberes Gesamtbild.
Geschmack: Am Gaumen zunächst überraschend mild. Die 61,7% zeigen sich diszipliniert. Rauch ist da, aber nicht aufdringlich. Erst mit etwas Verzögerung kommt Pfeffer ins Spiel, fein dosiert, dann zunehmend präsenter. Die typische Mineralität von Ardnamurchan lässt sich Zeit. Sie erscheint erst im Abgang, dann aber klar und unverkennbar, steinig, kühl. Mit Wasser verschiebt sich die Balance deutlich. Mehr Pfeffer, kräftiger, würziger. Der Rauch tritt etwas zurück. Die Mineralität wirkt nun früher und intensiver. Insgesamt wird er kantiger, weniger zugänglich, aber auch spannender für den, der genauer hinschmeckt.
Fazit: Ohne Wasser die stimmigere Vorstellung. Selten, aber hier zeigt er bei voller Stärke mehr Balance als nach der Verdünnung.