Nase: Dieser Dram verlangt Zeit (Stunden nicht Minuten) und Geduld. Wer beides nicht mitbringt, wird diesen Blend schlicht verpassen. Deutliches Old Bottle Flavour, altes Papier, Karton, leicht staubig, aber nicht muffig. Dahinter entfalten sich süße Kräuter, fein und zurückhaltend. Nichts drängt sich auf. Alles wirkt gesetzt, ruhig, fast kontemplativ. Mit Luft gewinnt er an Tiefe.
Geschmack: Am Gaumen cremig, fast schon sahnig, dazu eine angenehme Öligkeit. Süße Aromen tragen den ersten Eindruck, weich und rund. Pfeffer ist vorhanden, aber nur angedeutet. Das Old Bottle Flavour zeigt sich hier von seiner schönsten Seite, eingebunden und harmonisch. Kurz blitzt eine sanfte, fast nostalgische Seifigkeit auf. Mit der Zeit treten herbe Kräuter hervor, die dem Ganzen Tiefe geben. Ein paar Tropfen Wasser genügen und der Pfeffer zieht sich weiter zurück, die Seife verschwindet vollständig, und was bleibt, ist eine bemerkenswerte Kombination aus Cremigkeit und Komplexität.
Fazit: Ein Blend, der genau zum richtigen Zeitpunkt ins Glas kommt, später wäre schade gewesen. Für Genießer ohne Zeit und Geduld Verschwendung.
Nase: Das OBF weht ziemlich schnell durchs Zimmer, deutlich. Auslegepapier in einer alten Schublade, aber auch was gelbfruchtiges. Schöne Mischung von alt und fruchtig. Eine Honignote kommt dazu. Weich und angenehm in der Nase.
Geschmack: butterweich, auf einer OBF Welle, leichte Seife, sehr lecker. Kräuter sind sehr präsent, und im Gegensatz zur Nase verschwindet dir Fruchtigkeit fast völlig dahinter. Eiche, in schönster, sanfter Form, eine Spur Vanille.
Wasser hab ich ausgelassen, für mich ist er sehr gut so wie er ist, auch die Würze kommt gut rüber. Nicht zuviel, nich zu wenig. Der Nachklang ist mittellang und hintenraus leicht herb.