Nase: Säuerlich, Essig...und wieder weiß ich warum ich Royal Brackla nicht mag. 1,5 Stunden stand der nunim Glas und konnte sich entfalten und oich hab erst mal Essig. Sherry, Karamell und Nüsse folgen, aber mehr finde ich nicht. Mit Wasser: Deutlich angenehmer. Vielleicht schon fast zu rund, aber irgendwas hat man ja immer zu meckern. Jedenfalls zeigen sich Sherry und Holz schön im Zusammenspiel, auch feine Schokolade und der Duft von Malz.
Geschmack: Puh....sehr viel Pfeffer im Start, brennt auf der Zunge und auf dem Weg nach unten. Wenn das überwunden ist, legt sich aber ein sehr schöner, angenehm süßer Sherrygeschmack auf die Zunge. Milchschokolade, etwas Holz - Überraschend gut, die Nase hat das nicht so versprochen. Mit Wasser deutluch angenehmer, weich, fast süffig. Ich mag das Wort "cremig" bei Whisky nicht, aber mit der richtigen Menge (also VIEL) Wasser kommt der Whisky genau so rüber - cremig.
Nase Süßer, aufgesetzter Sherry. Dunkel, sirupartig, fast klebrig. Rosinen und Datteln stehen im Vordergrund, wie ein Anzug, der drüber gezogen wird. Darunter deutlich Alkohol. Bissig. Typisch für diese Serie, viel Versprechen, viel Volumen, wenig Feinschliff. Mit etwas Zeit im Glas zeigt sich eine herbe Note von Kakao und geröstetem Holz. Ein Hauch Parfüm schleicht sich ein. Nicht katastrophal, aber spürbar künstlich. Hier scheint das Fass lauter zu sprechen. Vielleicht zu laut. Mit Wasser wird die Süße runder, fast karamellig. Doch der alkoholische Druck bleibt präsent. Keine wirkliche Öffnung.
Geschmack Der Antritt ist überraschend mild. Fast schmeichelnd. Für einen Moment denke ich das er doch besser ist. Dann kommt die volle Wucht. Der Alkohol schlägt auf wie ein nasser Handschuh. Nicht elegant eingebunden, sondern direkt. Pfeffer in Massen. Weißer Pfeffer, schwarzer Pfeffer, frisch gemörsert. Dazu Sherrysüße, wieder diese sirupartige Dunkelfrucht. Und erneut eine parfümige Spitze, die das Ganze zweidimensional wirken lässt. Ohne Wasser geht hier wenig. Mit ein paar Tropfen wird er zugänglicher, die Süße tritt klarer hervor. Toffee, etwas brauner Zucker. Doch die Pfefferwürze dominiert weiterhin. Selbst bei kräftiger Verdünnung von 1:1 bleibt das Profil erstaunlich starr. Süß und pfeffrig. Mehr Schärfe als Tiefe.
Fazit Zweidimensional. Nicht wirklich ausbalanciert. Das Fass scheint bemüht, das Destillat zu überdecken, schafft aber keine Harmonie. Ich suche die Eleganz, die Spannung zwischen Frucht, Würze und Struktur. Ich finde sie nicht. Vielleicht gefällt er denen, die Kraft mit Qualität gleichsetzen. Mir reicht Kraft nicht. Ich möchte Präzision. Klarheit. Entwicklung im Glas. Für mich bleibt er im Vergleich zu anderen Royal Bracklas unter seinen Möglichkeiten.