Viele Whiskybrennereien wurden nur für das Destillieren gegründet, andere gingen aus früheren Getreidemühlen hervor. Diesen Beitrag widme ich nun aber einer Brennerei, die aus einer ehemaligen Brauerei heraus entstand, genauer gesagt aus der Deuchars-Brewery in Montrose.
Manch einer hat es bereits erahnt, es geht um Lochside. Denn in den Räumlichkeiten befand sich bis 1957 die eben erwähnte Brauerei, 1959 machte Joseph Hobbs daraus die Lochside Distillery. Hobbs war zu diesem Zeitpunkt bereits Eigentümer der Ben Nevis Brennerei in Fort William. Neben einer Coffey-Still für Grain Whisky wurden insgesamt vier Pot Stills installiert, somit konnte mit dem „Sandy Macnab“ auch ein eigener Blend hergestellt werden, quasi ein Single Blended Scotch Whisky, da ja alle Bestandteile aus einer Brennerei kamen.
1973 wurde Lochside dann an das spanische Unternehmen „Destilerias y Crianzas“ verkauft, 1992 erfolgte die Stilllegung und zwei Jahre später kam Lochside dann in das Portfolio von Allied Domecq, die wiederum 2005 von Pernod Ricard aufgekauft wurden. Lochside sollte nicht mehr in Betrieb genommen werden, 2005 wurden die letzten Gebäude abgerissen.
Auffällig ist die Architektur, denn selbst für eine Brauerei war der Aufbau doch in Schottland eher selten zu finden. Hier hat man damals ein in Deutschland typischen Brauhaus nachgebaut, wie sie hier in Berlin früher in den verschiedensten Größen zu finden waren.