Das Label ist- wie auch bei den anderen beiden Old Gods Abfüllungen - sehr schön gestaltet. Immer wieder freue ich mich, wenn Odin ohne diesen typischen und lächerlichen Hörner/ oder Flügelhelm dargestellt wird. Die 9 Welten sind schön angedeutet, die Raben die ihm davon künden sehr schön ins Bild gesetzt. Einfach sehr schön gemacht.
Farbe: sehr dunkles, schmutziges Gold, geht langsam in Richtung Möbelpolitur
Nase: eine ganz wunderbare Holznote eröffnet den Reigen. Darauf folgen dunkle, eingekochte Kirschen. Rosinen, getränkt in milden aber ausgereiften Sherry. Trotz der hohen % sticht hier nichts. Ganz im Gegenteil, der Whisky duftet verführerisch, mild, teilweise fruchtig lockend, als wäre er ganz harmlos.
Geschmack: Bei allen Göttern.....meine Zunge badet erst mal im Pfeffer. Hat das Ding eine feiste Würze ! Die Holznote gemischt mit dem Sherry....nahezu perfekt. Da brennt nichts, auf dem Weg nach unten, aber es wärmt angenehm. Sehr ölig, ganz leicht prickelnd auf den Schleimhäuten. 63,6% sind pur tatsächlich sehr gut machbar - wenn man sich an die Würze gewöhnt hat. Was aber schnell geht, der Speichelfluß ist enorm. Noten von Leder und Schokolade mischen sich rein. Röstmalzaromen und der Geschmack von frischer Brotkruste kommen dazu. Das Ding ist ein komplexes Monster. Es wird Odin gerecht, er ist ein komplexer Gott.
63,6% lassen viel Spielraum für Wasser. In der Nase kommt der Sherry ausgeprägter, aber auch milder rüber. Im Geschmack finde ich nicht viel Neues, es macht ihn einfach nur etwas süffiger. Da wird es wohl noch ein paar Versuche brauchen. Insgesamt, im ersten Eindruck, ist mir das harte Brett pur lieber.
An dem werde ich mich sehr erfreuen, leider hat der trotz der hohen % einen extrem niedrigen Trinkwiderstand....