Lochindaal, Port Charlotte oder auch Rhins-Distillery
Lochindaal wurde wohl genau 100 Jahre alt, zumindest soll die Islay-Brennerei in Port Charlotte bereits 1829 von Colin Campbell gegründet worden sein. Bis ins Jahr 1855 gab es mehrere Besitzerwechsel und Lochindaal landete bei John B. Sherriff, Miteigentümer von Lochead (Campbeltown) und Bowmore.
Alfred Barnard beschrieb Lochindaal im Jahr 1885, ihr Wasser bezog sie aus dem Loch Octomore sowie dem Loch Garroch. Zu diesem Zeitpunkt verfügt die Brennerei über 8 Washbacks mit je 10.000 Gallonen Inhalt, drei alte Brennblasen sowie mehrere Lagerhäuser mit insgesamt 5.000 Fässern Whisky, welcher als „pure Islay Malt“ beschrieben wird. Der Whisky wird über den Bruichladdich Pier auf Schiffe verladen. Als jährliches Output werden 127.068 Gallonen (bulk gallons) genannt.
Hier haben wir eine Zeichnung aus dem Jahr 1885. IMG_3913.jpeg - Bild entfernt (keine Rechte)
Die nächste ausführlichere Beschreibung stammt vom 14. Juni 1923, drei Jahre nachdem die Benmore Distilleries Ltd. den Betrieb von Lochindaal übernahm. In „The Distilleries of Great Britain and Ireland“ wird vom Mälzen berichtet, das Getreide kommt an diesem Tag aus Irland, ansonsten aus Schottland, Australien oder Kalifornien, je nach Saison. Auch 1923 war das Whiskygeschäft schon international aufgestellt.
Technisch hat es in den 38 Jahren seit dem Besuch Barnards einige Modernisierungen gegeben, er schrieb ja auch von drei „old stills“, 1923 gab es nun zwei Brennblasen, die Wash-Still mit einer Kapazität von 5.400 Gallonen sowie eine Spirit-Still. Die durchschnittliche wöchentliche Produktionsmenge wurde mit 4.000 Gallonen (proof gallons) angegeben, zudem wurden die Lagerhäuser in den Vorjahren deutlich ausgebaut. Lochindaal produziert zu diesem Zeitpunkt ausschließlich fürs blending.
Im Jahr 1929 übernahm DCL (Distillers Company Ltd.) dann Benmore und damit auch Lochindaal, das Schmuckstück wurde im selben Jahr geschlossen, genau 100 Jahre nach Gründung. Aus DCL wurde Diageo und 2007 gingen die Gebäudereste dann an Bruichladdich.
Zwischen 1852 und 1855 hat die Brennerei unter den Namen „Rhins Distillery & company“ firmiert, daher stammt der Name Rhins oder auch Rhinns-Distillery.
Diese Fotografie wird um 1900 entstanden sein, sie soll Lochindaal in Port Charlotte zeigen. Mein Dank gilt hier dem kleinen "Museum of Islay Life", die mir das Foto aus dem Archiv rausgesucht und digitalisiert haben. Ganz viel Liebe auf die Insel.
Und dann findet sich im alten Canmore (jetzt Trove.Scot) Archiv folgende Fotografie. Man beachte Firmennamen und (?) Jahreszahl auf dem Fassdeckel. Angegeben ist als Aufnahmedatum ca. 1900, daher kann es tatsächlich 1895 sein.
Danke dir. Daraufhin gibt es gleich noch ein Bild, dieses findet sich bei Wikipedia und es soll ursprünglich von der Bruichladdich-Website stammen.
Fraglich ist das Aufnahmedatum, bei Wiki ist nur ein grober Zeitrahmen (bis 1895) genannt. Wenn wir auf die Belegschaft schauen, dann bemerke man in der untersten Reihe die dritte Person von links. Schnauzbart, Form des Gesichts, dies ist der Herr, der hier in dem anderen Bild rechts mit Hammer und Holz steht. Fotografien waren damals teuer, es kann also durchaus sein, dass die Fotos am selben Tag entstanden sind. Die Schrift auf dem Fass kann man leider nicht heranziehen, dafür ist die Fotografie nicht gut genug erhalten. Wenn ich mir die unterste Zeile des Fasses anschaue, dann weicht das Schriftbild von der Platzierung zumindest ab - sprich es ist zumindest ein anderes Fass.
Beide Bilder im Vergleich LochindaalStaff.png - Bild entfernt (keine Rechte) Die dritte Person links unten
Lochindaal 1895.png - Bild entfernt (keine Rechte) ist die Person rechts im Bild
Hier sehen wir noch einmal Lochindaal im Jahr 1923, British Library, zuletzt veröffentlich im Reprint "The Distilleries of Great Britain and Ireland" von James Eadie. Die Perspektive ähnelt der Zeichnung von Alfred Barnard.
Und die letzte Rutsche an Bildern, Quelle wie die vorher genannte, damit sind die Aufnahmen vermutlich auch von 1923 - oder von 1922, sollten die Fässer gerade frisch gefüllt worden sein.