Armagnac Ténarèze VF Famille Fezas 1981 (2022) 43,4%
Geruch: Birne, Litschi, dazu etwas Himbeere; ein ganz feiner Frischehauch durchzieht die Szenerie. Dahinter trockene Walderde, etwas Moos auf trockenen Steinen. Das dunkle Holz einer Zigarrenkiste. Alles sehr fein und gleichsam schwebend präsentiert. Und wieder Birne, Litschi und Himbeere. Bei späteren Tastings sind die "exotischen Früchte" voll da mit viel Mango und wieder etwas Birne sowie Litschi. Sehr dicht und fein; der "Frischehauch" aus früheren Tastings ist beinahe verschwunden; eine insgesamt sehr schöne Entwicklung in der offenen Flasche.
Geschmack: Die Früchte melden sich auch am Gaumen, wo das Arrangement dichter wird und wirkt, zur Himbeere gesellt sich nun auch die reife Schwarzbeere. Das Zigarrenkistenholz bleibt hervorragender Aromenrahmengeber, die Tabaknoten ergänzen. Die feine Öligkeit im Mundraum wird neben den zart mineralischen Noten noch ergänzt um eine feine Wachsnote; und nach einiger Zeit kommt noch etwas Madeiraaroma dazu. In späteren Tastings gesellt sich auch am Gaumen die Mango zu den anderen Früchten. Insgesamt sehr intensiv und würzig.
Abgang: Der Ausklang ist lang und bleibt auf der wunderbar fein-öligen Seite. Die hellen und die dunklen Früchte, die Würze, das Zigarrenkistenholz, zartes Wachs und ein Hauch Madeira bestimmen auch den Abgang.
Fazit: So elegant, fein und intensiv kann ein Tenareze-Armagnac sein. Etwas mehr als 40 Jahre im Fass führen zu einer absolut feinen und ausgewogenen Mischung aus hellen Früchten (Birne, Litschi), Mango, dunkleren Früchten (Himbeere, Heidelbeere), Zigarrenkistenholz-Aromen, Tabak und moosig-mineralischen Noten. All das in selten anzutreffender Ruhe. Ein ganz besonderer Armagnac und für mich ein 96-Punkte-Hochgenuss (96-96-95.5).