Nase: Sehr schöne Sherryaromen. Deutlich, aber nicht überladen und andere Einflüsse werden zugelassen. Leicht säuerlich wirkende Weißeiche, im guten Kontrast zu dem Sherry. Orangenschale, Dominowürfel, unreife Walnüsse. Sehr vielschichtig, es benötigt hier viel Zeit und Geduld. Angemessen, als Christmas Malt. Hintergründig etwas Lösungsmittel, der Sherry wallt immer wieder schön auf. Dauerhaft präsent, sehr angenehm.
Geschmack: der erste, vorsichtige Schluck lädt sehr gefährlich zu direkt größeren Schlücken ein. Das mag an dem schönen Zusammenspiel zwischen Nase und Mund liegen, vielleicht aber auch weil der Nachklang erst mal so kurz erscheint, das man nochmal probieren will und muss. 50% gehen sauber durch,als wären es 40%. Sanft fruchtig, aber die Eiche dominiert die Frucht, der Sherry begleitet das ganze süßlich, andsosnten wäre das hier ein ganz herbes Teil. So wirkt es aber im bestn Sinne erfrischend. Leicht nussig, etwas Toffee und die Orangenschale , siehe Nase, läst sich zum Abschluss wieder blicken.
Das war es erst mal pur. Mit Wasser ein anderes Mal.#
Der Nachklang erscheint erst etwas kurz, entwickelt sich dann zu mittellang. Ein für die Weihnachtszeit wirklich schön ausgesuchter Glenfarclas.
Nase Der Auftakt ist verschlossen. Fast störrisch. Man muss ihm Zeit geben. Dann öffnet sich das typische Glenfarclas-Profil. Kräftige Eiche, dunkle Würze, etwas Süße. Ein fester Händedruck gleichkommend. Rosinen und getrocknete Datteln blitzen auf. Dazu Nelke, Muskat und ein Hauch Leder. Die Eiche spricht deutlich. Sie ist nicht nur Begleitung, sie führt. Mit ein paar Tropfen Wasser gewinnt die Nase spürbar. Die Süße tritt klarer hervor, wirkt runder. Die Würze bleibt.
Geschmack Der Start ist würzig und direkt. Pfeffer legt los, ohne Anlauf. Die Eiche ist dominant. Süße schiebt nach, dunkler Zucker, etwas Karamell. Am Gaumen zeigt sich Wärme. Kein Brennen, sondern ein stetiges Glühen. Für neun Jahre erstaunlich gefasst. Keine grüne Jugend, kein unreifer Alkohol. Das Holz hat hier klar das Sagen, vielleicht sogar ein wenig zu sehr. Doch es bleibt sauber, ohne Bitterkeit. Mit Wasser wird er zugänglicher. Die Süße gewinnt an Raum, die Würze wird breiter. Die Eiche bleibt präsent, aber sie wirkt eingebundener.
Wie so oft bei Glenfarclas, viel Holz, viel Charakter. Dieser hier ist jung auf dem Papier, aber nicht im Auftreten. Er wirkt älter, als die Zahl vermuten lässt. Kein Charmeur.