Fassreste von einem 25-Jährigen Springbank 1994 und einem 25-Jährigen Glen Scotia 1992 (beide 2020 abgefüllt) vermischt mit 4-5 Fässern eines 10-Jährigen Springbank aus 2015.
Nase: Würzig und süß, Kräuter, mineralisch, Andeutungen von Orangeat. Aber auch helle Früchte, man riecht Glen Scotia aber auch Springbank. Dazu eine gewisse Muffigkeit, etwas alter Keller, der auf einen kleinen Anteil älteren Inhalts schließen lassen könnte. Schon ganz fein. Geschmack: Ziemlich ungestüm und Pfeffrig. Rund ist anders. Etwas herbe Noten, eine Ahnung von Rauch, aber nur eine Ahnung. Abgang: Der Abgang zeigt eine feine salzige Note und kandierte Früchte. Etwas Kräuter und leicht muffig und ein bisschen Orangeat. Recht schnell weg.
Fazit: Durchaus gut. Ungestüm und roh mit interessanten Facetten. Jetzt nicht zwingend besser als die günstigen Campbeltown Loch, aber auch etwas anders. Ich gebe aber zu, dass ich mit nem normalen Springbank 10 glücklicher bin.
Nase Blumig, fruchtig, leicht holzig und mineralisch, ist der auf die Schnelle gewonnene Ersteindruck. Und etwas ausführlicher: Ananas, Grapefruit und Zitronenschalenabrieb bestimmten den Fruchanteil, frische Schnittblumen drängen sich immer weiter in den Vordergrund, nun kommt auch Vanille, Toffee und Honig. Die anfangs noch gut auszumachende mineralische Note tritt zunächst immer weiter in den Hintergrund, bleibt da aber nicht für immer, sondern kommt zurück und verdrängt nun ihrerseits die Vanille und das zwischenzeitlich hervorgekommene Karamell. 86
Geschmack Geht mit einer ordentlichen Portion Pfeffer ganz schön nach vorne. Noch nicht mal so sehr auf der Zunge, sondern eher am Gaumen. Startet herb und sehr trocken, Grapefruit, Ananas, Stachelbeere, grüne, noch nicht ganz reife Trauben. Transportiert einen leicht muffigen Eindruck, dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil, kalter Espresso. Durch den hohen Pfefferanteil geht ihm das Mineralische ein wenig ab. Mit und mit kommen Karamell, Fudge und Toffee. 85
Abgang Mittellanger und sehr trockener Abgang, leichter Fassmuff, nach wie vor Pfeffer, herbe getrocknete Kräuter, Grapefruit, Ananas, Zitronenschale. 85
Fazit Die Eckdaten klingen hier sehr vielversprechend: Ein Blend aus 1994er Springbank, 2015er Springbank und 1992er Glen Scotia. Und es kommt mir so vor, als hielte sich das Mischungsverhältnis beider Brennereistile in der Waage, jedenfalls konnte ich nicht feststellen, dass er in der Nase oder am Gaumen deutlich in eine der beiden Richtungen tendierte. Mit seiner deutlichen Pfeffernote am Gaumen und der damit einhergehenden Robustheit muss man klarkommen. Dazu dieser deutlich herbe und trockene Eindruck - da ich gerade einen Springbank 10 offen habe (25/32 - 25.02.25) habe ich beide gerade mal kurz parallel verkostet: Ja, der Standard 10 ist schon deutlich ausgewogener, er wirkt sogar gesetzter und - da nicht ruppig - witzigerweise älter.
Herzlichen Dank für die Eindrücke, da ist jeder etikettengetriebene Kaufimpuls umgehend erloschen ! (Schön wenn das Forum den Kaufrausch auch mal ausbremst!)
"Drink because you are happy, but never because you are miserable." (G. K. Chesterton).