Ich hatte direkt davor einen Jack Daniel's Single Barrel Barrel Proof und würde den einem 10 jährigen locker vorziehen. Der 10er bringt mir nicht mehr ins Glas, nur bitterer, trockener.
Zitat Geruch Wie erwartet ist es natürlich ein Eichenbrett. Eiche, Eiche, Eiche, Karamell, Vanille und die typischen Jacky-Bananen-Noten. Leichte Kohlenoten und eine nicht identifizierbare Süße.
Geschmack Auch wieder Eiche, d.h. bitter, würzig, trocken. Leichte Pfeffernoten und ein Hauch Erdnussbutter.
Abgang Langer Abgang, aber auch hier dominiert die Eiche. Tannine, leichte Bitterkeit.
Nase: Holzdiele, Räuchermännchen, Ahornsirup, Zimt, Bananenbrot, Erdnussbutter, Paranüsse, Walnusshäute, Leder, guter schwarzer Pfeffer (Voatsiperifery, für die Nerds). Gesetzt, ohne allzu staubig trocken zu sein.
Gaumen: Kirschwasser, Banane, wieder Ahornsirup, Fünfgewürz, Erdnüsse mit Haut, alte Eiche. Herber werdend. Elegant, leicht trocken.
Abgang: Jetzt übernimmt die Eiche, breitet sich im ganzen Mundraum aus und bleibt dort eine ganze Weile. Aber nicht zu bitter oder adstringierend. Dazu wieder Fünfgewürz, ab und an blitzt auch wieder die Kirsche auf.
Ich hab mir mal direkt nach Erhalt meines Samples ein Gläschen eingeschenkt. Mein Eindruck ist sehr viel positiver als der von @DerHansDerKanns . Wahrscheinlich sollte man den 10er nicht direkt nach einem jüngeren Ü60%-Bourbon trinken. Ich kann mir gut vorstellen, dass dann die schönen reifen Noten untergehen, die die Eiche ausbalancieren. Man sollte natürlich keine Holzallergie haben, aber dann würde ich so oder so die Finger von älteren US-Whiskeys lassen.
Für mich ist der JD 10 gut gelungen. Er wirkt reif und elegant, aber ist immer noch klar als Jack Daniels erkennbar. Allerdings finde ich ihn gemessen am Markt zu teuer. Konkurrenz wie der Wild Turkey 12 101, Evan Williams 12 101 (so er denn gerade mal verfügbar ist), oder George Dickel BiB sind allesamt älter, höherprozentig, qualitativ ähnlich oder sogar besser, und trotzdem auch in Deutschland günstiger zu bekommen.