Ich komme gerade aus dem Armagnac zurück und bringe leider traurige Nachrichten für alle Baraillon-Fans. Ich war seit zwei Jahren nicht mehr vor Ort und hatte in dieser Zeit auch nur wenig Kontakt mit Laurence. Bei meinem Besuch letzte Woche hat sie mir erklärt, dass sie keine oder nur noch sehr wenige Bestände der alten Vintages (20er bis 70er) hat und daher alle Jahrgänge vor 1980 aus der Verkaufsliste gestrichen wurden. Der legendäre Jahrgang 1918 ist somit auch weg und kommt nie wieder.
Was noch da ist, soll in der Familie bleiben – für die kommenden Generationen. Die einzigen beiden Vintages, die aktuell noch verkauft werden, sind 1900 und 1933. Allerdings sind die Preise mittlerweile rund dreimal so hoch wie noch vor drei Jahren.
Darüber hinaus wurde auch der 1998er Folle Blanche aus dem Programm genommen. Zukünftig gibt es nur noch drei 100 % Folle Blanche Vintages: 1995, 2002 und 2011.
Als jemand, dessen erste Berührung mit Armagnac über Baraillon lief und der diesen Stil liebt, sind das traurige, aber verständliche Nachrichten. Lange Zeit waren die Abfüllungen von Baraillon meiner Meinung nach unterbewertet. Nun hat Laurence die Preisgestaltung an den Markt angepasst.
Damit sind die Zeiten, in denen man fast jeden Vintage bei Baraillon finden und kaufen konnte, leider vorbei. Wer also rechtzeitig eingekauft hat, kann sich glücklich schätzen und seine Bestände genießen. Ob sich dieser Trend auch bei anderen Produzenten fortsetzt, bleibt abzuwarten. Die Bestände mancher Jahrgänge sind vermutlich ebenfalls nicht sehr hoch, und es würde mich nicht wundern, wenn auch andere Erzeuger diesen Schritt gehen und den Rest für die zukünftigen Generationen zurückhalten.
Bei Whic sind neue Flaschen (abgefüllt 2025) aufgetaucht – und die kosten mehr als doppelt so viel wie die Abfüllungen von 2023. Wer also noch etwas von den Altbeständen abgreifen möchte, sollte zeitnah zuschlagen.
Weiß jemand von den Baraillon-Fans was der 1918er gekostet hat bevor die jetzige Hiobsbotschaft kam?
"Der Machtmißbrauch ist nicht das Problem der Eliten, die die Macht mißbrauchen, sondern einer Gesellschaft die den Machtmißbrauch zulässt." - Albert Einstein
"Wenn du den Schmerz spürst, dann lebst du. Aber wenn du den Schmerz anderer fühlst, dann bist du ein MENSCH" - Leo Tolstoi
Extrem traurig, aber verständlich. Eine meiner vier Lieblings-Domaines. Für mich der Inbegriff authentischer rustikaler Armagnacs. Wenngleich relativ gesehen unglaublich preiswert für diese Schätze, waren mir 60er Jahrgänge und älter in der Vergangenheit absolut zu teuer, aber ich bin froh, dass ich meine Highlights der 70er ein wenig bevorratet habe - inklusive meiner speziellen persönlichen Legende.
@macwhisky Der 1918-er-Baraillon war nie "billig", schon gar nicht nach den begeisterten Notes von Serge Valentin. So kostete dieses Schätzchen schon im Jahr 2020 1.150 Euro. Wobei das für eine mehr als 100-jährige Spirituose dieser Qualität nicht übertrieben ist.
@matts und @StyrianSpirit danke Euch beiden für die Info's! Bin ja offen für andere Spirituosen, vor allem aus der alten Zeit! Leider sind das Preise wo man nicht einfach mal eine Flasche holt um nur zu probieren. Der intensivste Grund diese Flasche nicht zu kaufen macht die Bewertung von Serge. In der Vergangenheit hatte ich immer Glück mit den Malts, welche Serge in der Luft zerrissen hatte und die hochdotierten entsprachen nicht meinem Geschmack. Das war auch gut für die Preise der nicht so gut bewerteten Flaschen.
Eventuell ergibt sich mal die Gelegenheit auf eine Probe.
"Der Machtmißbrauch ist nicht das Problem der Eliten, die die Macht mißbrauchen, sondern einer Gesellschaft die den Machtmißbrauch zulässt." - Albert Einstein
"Wenn du den Schmerz spürst, dann lebst du. Aber wenn du den Schmerz anderer fühlst, dann bist du ein MENSCH" - Leo Tolstoi
@macwhisky Ich finde es kurzweilig und amüsant zu lesen, wie sehr Serge bei Baraillon zuweilen mit sich selbst ringt. Nachvollziehbarerweise. Seine Notes zu meinem 1974er Liebling lese ich immer mal wieder. In ihnen steckt unglaublich viel Faszination die geschmacklichen Grenzerfahrungen, die er beschert. Für die dunkle Holzgewaltigkeit, die ich so liebe, findet er beispielsweise folgende Worte: [...] it is a little too oaky for me. We’re talking black tannins, Russian tea, eating a cigar, totally burnt chocolate cake [...] Das schrieb er bereits zur 2016 abgefüllten Version. Die von mir zuletzt gekaufte Version war die 2023er mit also nochmal sieben Fassjahren mehr auf dem Buckel. Seine vollen Notes zum 1974er gibt es hier.