Nase: Erst blumig. Mit der Zeit fruchtiger. Deutlich Zitrone aber irgendwie trotzdem nicht säuerlich. Mirabellen und Aprikosen. Wird immer dunkler. Langsam auch Kuchen- und Keksnoten. Im Hintergrund eine konstante salzige Frische. Milde Würze und natürliche Süße. Vanille - Zitronenkuchen. Auf der einen Seite die helle, fruchtige Süße und auf der anderen der dunklere, kräftigere Charakter, beide im gleichmäßigen Wechsel, keiner dominiert. Tolle Nase.
Zunge: Zitrone, Vanille, reifes Obst. Unglaublich cremig. So weich und dabei nicht zu schwach. Fruchtsäure und Fruchtsüße im Wechselspiel. Erinnert an einen guten Williamsbrand. Salted Toffees. Ganz milde aber perfekte Würze. Plattpfirsiche! Ein Ansatz von herzlichen Waldkräutern, bringt dunklere, deftigere Noten an den Gaumen.
Abgang: Restsäure zwickt in den Backen. Hinten raus jetzt auch dunkles Karamell. Ein Hauch von zartem Holz. Die Süße hält sich lange. Es bleibt ein dezente Salznote - man sehnt sich nach dem nächsten Schluck.
Bin mit gedämpften Erwartungen an die Abfüllung rangegangen, reine Ex-Bourbon Casks bringen mich normalerweise nicht ins schwärmen. Nach dem Probieren kann ich allerdings sagen: Mehr als in diesem Fall wird ein Ex-Bourbonfass mich wohl nicht begeistern können, neben dem salzigen Arran Charakter herrschte eine wunderbare Harmonie aus den süßen Früchten und der dunkleren, kräutrigen Würze.
Und nach zwei Stunden entwickelt sich das Profil noch weiter...
@starviewer Stimmt, der könnte Deinen Geschmack ziemlich gut treffen.
War früher begeistert von den Arran Standards. Dann hatte ich lange keine mehr. Letztens wieder ein dunkles Sherry Cask und jetzt den hier, beide richtig gut. Sollte vielleicht wieder verstärkt nach Arrans schauen