Nase Deutlich ausgeprägte Sherryfassaromen, die dem Brennereicharakter aber trotz ihrer Intensität noch mehr als ausreichend Platz zur freien Entfaltung lassen. Rosinen, getrocknete Datteln & Feigen, geräucherte Erdbeeren, daneben eine schön maritime Note mit Torfrauch, feuchten Kiestelsteinen und salziger Meeresgischt. Den Untergrund bilden altes Leder, etwas dunkle Schokolade, Salzkaramell - und hier und da schafft es eine spritzig-frische, herb-säuerliche Fruchtnote, die Wand aus Sherryfassaromen kurz zu durchbrechen.
Geschmack Unglaublich cremiger, weicher, beinaher zarter Antritt. Hier finden sich neben den Rosinen, getrockneten Feigen und geräucherten Erdbeeren auch ein wenig Bananenmus und Mango, aber wirklich nur in hauchzarter Art und Weise. Mineralisch, salzig leicht torfrauchig. Nach einer Weile bewegt er sich weg von der cremigen Zartheit, er wird trocken, holzige und herbale Noten kommen auf, verdrängen die Fruchtnoten in den Hintergrund.
Abgang Der Abgang ist mittellang, mineralisch, holzig, getrocknete Kräuter finden sich ein, Fruchtnoten sind keine mehr vorhanden.
Fazit Anfang Juni - da war dieser 1998 Vintage noch gar nicht erschienen - hatte ich hiervon meinen ersten Dram; zwischen zwei Arbeitsgängen in der Bottling Hall von Springbank. Ob es an dem am frühen Nachmittag noch nicht so belasteten Gaumen lag oder aber der allgemein euphorischen Stimmung geschuldet war, kann ich nicht sagen, jedenfalls schmeckte er mir im Juni besser als jetzt, im Rahmen des Springbank Online-Tastings (17.07.2025). Ich habe diesen Whisky schon vorgezogen, damit er nach drei teilweise wesentlich höherprozentigen Malts (Hazelburn 8 Oloroso, Springbank 8 Local Barley, Kilkerran 8 CS Bourbon Cask) nicht untergeht, aber dennoch kommt er mir auf der Zunge ein wenig so vor, als müßte er mehr können. Auf ziemlich hohem Niveau, versteht sich.