Von dieser Abfüllung hatte ich mal 2 Flaschen. Die erste ging vor Jahren durch ein Clan Tasting dahin. Diese hier öffnete ich zur AV Messe 2024 und stellte sie an unseren Stand. Niemand wollte den probieren. So ist das ja oft, mit Dingen die nicht erste Reihe sind..... auch gut, er wird jetzt auf dem Clantreffen 2025 aufgeteilt. Zuvor aber noch mal eine genaue Untersuchung:
Farbe: gelbgold. Kein Farbstoff.
Nase: Ein Karamell-Monster. Betörend süßlich, mit feiner Holznote als Untermalung. Mal kurz wild aufwallend, aber die Vanille und das Bourboncask deckeln das schnell und bringen wieder Ruhe rein. Ein Malt der defintiv seine Zeit im Glas braucht. Dementsprechend ja....ist er wohl tatsächlich nichts für die Messe gewesen. Hinter dem Karamell, hinter der Vanille und dem getränkten Holz findet sich sowas wie eine leichte Essignote (in lecker). Es ist eine Wellenbewegung, mal ist der Duft da, mal nicht. Und es duftet nach noch jungen Birnen.
Geschmack: Die 57,9% gehen zwar wärmend runter, machen aber sonst keine Schwierigkeiten. Anders als die SMWS Speyburns in ähnlicher Stärke wirkt dieser hier nicht so gepfeffert. Das Karamell ist im Mund zurückhaltender als in der Nase, die trockenherbe Holznote setzt sich ein wenig mehr durch. Die Speyburn-Birne ist auf jeden Fall da, deutlich. Birnen/Apfel-Gemisch, erfrischend. Trotzdem geht das Ganze nicht einfach so den Hals runter. Hier und da stellt sich eine Holznote quer, ein Malt mit süßlichen Kanten.
Mit Wasser verändert sich der Duft von Birne in grünen Apfel, das Karamell bleibt erhalten. Eine Idee von Zuckerwatte. Und plötzlich auch eine leichte salzige Note Die Würze bleibt ebenfalls erhalten. Dennoch, lieber ohne Wasser. Die Intensität ist einfach schöner.
Im Nachklang bleibt richtig viel Fassholz, lange. Auch hier eine Wellenbewegung, die fruchtige Birne kommt immer wieder noch mal in den Atem.
Hier gab es vom gleichen Abfüller auch einen 7jährigen,WB87909, und es ist schade, dass es zu keinen weiteren Abfüllungen mehr gekommen ist. Ein 10er oder noch älter wäre interessant geworden. Wie dem auch sei, dankbar diesen Stoff gehabt zu haben bleibt als Fazit das, was ich eingangs schrob: Ein Karamell-Monster.