Am 07.02. besuchte ich zusammen mit zwei Forenkollegen ein Tasting der American Whiskey Academy. Das hatten wir uns schon länger mal vorgenommen und nun spontan umgesetzt. Es handelte sich um ein Straight Bourbon Seminar. Ort war die Vereinsbar im legendären "Lampenladen" unweit des Isartors in München. Wem Mike und sein Whiskyhandel was sagt, weiß, wovon ich spreche. Er ist ja auch auf einigen Messen mit seiner stilvollen Bar anwesend.
Wir trafen uns am Marienplatz, begleitet von ausreichend Polizeipräsenz, welche wohl einen geordneten Ablauf des Seminars gewährleisten sollten. Das das eventuell dem gleichzeitig stattfindenden Spiels Bayern gegen Bremen geschuldet sein könnte, halte ich für weit hergeholt. Nach einer leckeren und ausreichenden Grundlage in einem der reichlich vorhandenen Restaurants "Im Tal" begaben wir uns zu Mikes Lampenladen, wo vor der Tür sich bereits eine kleine Gruppe versammelt hatte. Pünktlich um 18:45 wurden die Türen geöffnet und es ging hoch ins Allerheiligste.
Milam & Green Single Barrel 43% Texas Straight Bourbon Kentucky Vintage 45% Kentucky Straight Bourbon Axe & the Oak 46% Colorado Straight Bourbon Garrison Brothers Small Batch 47% Texas Straight Bourbon Still Austin "the Musician" 49,2% Texas Straight Bourbon 291 Colorado Bourbon 50% Colorado Straight Bourbon Tahwakaro four Grain Bourbon 50% Texas Straight Bourbon Town Branch True Cask 54,05% Kentucky Straight Bourbon Shire Oak Percheron Bourbon 61,8% Texas Straight Bourbon
Nachschlag? Es gab für mich einen Still Austin Cask Strength Rye
Zu den einzelnen Whiskey mag ich gar nicht so viel schreiben, denn außer dass das Niveau ab dem Garrison Brothers schlagartig in die Höhe schnellte und der 291 Colorado Bourbon aus geräuchterm Getreide bestand, was wirklich eine ziemlich spezielle Sache war, habe ich mir keine großartigen Notizen gemacht.
Mir war zwar bewusst, dass hier während der Tastings geraucht werden darf. Dass hier aber teilweise so viele dicke Zigarren gleichzeitg brannten, dass die Abzugsanlage nicht mehr nachkam und man die Bar nur mehr durch einen dichten Nebel begutachten konnte, war dann schon etwas überraschend. Demzufolge begleiteten gewisse Tabaknoten auch insbesondere die Nasen der Bourbon, was aromatisch zwar durchaus reizvoll und angenehm war, aber natürlich die Unterschiede verwischte. Im Mund und im Abgang war diese aber dennoch noch reichlich zu erkennen.
Das halte ich für einen gewissen Schwachpunkt, denn vor allem als Nichtraucher wurde ich hier quasi erschlagen. Das muss man mögen und wissen. Der Abend war ansonsten hoch abwechslungsreich und unterhaltsam, Mike erzählte zu allen Whiskey etwas und auch ein paar Annekdoten aus seiner Zeit als Importeur. Wasser gab es reichlich und der stilvoll im Salonstil des Wilden Wetens gekleidete Barkeeper wurde auch nicht müde uns zu erzählen, dass wir ja viel Wasser zu den Drams trinken sollten. Denn wie am Messestand von Mike gewohnt, waren von jedem Whiskey 4cl im Glas. Das Auto sollte man zwingend daheim lassen, das Fahrrad besser auch.
Nach gut 5 Stunden gingen wir von innen durch Whisky und von außen durch den Zigarrenrauch reichlich konserviert nach Hause. Der Abend hat großen Spaß gemacht und eigentlich sehr wenig gemein mit einem traditionellen Whiskytasting. Das Ambiente ist schon toll, aber ich gebe zu, ohne Rauch wäre das eine deutlich schönere Sache für mich. Aber das muss man wissen und gerade für die, welche Zigarre und Whiskey mögen, ist das wahrscheinlich das El Dorado. Ich muss noch überlegen, ob sich das zumindest als offizielles Tasting für mich nochmal rentiert. Mit einer ausreichend großen Gruppe kann man ja dann auch rauchfrei ein Privattasting vereinbaren. Denn sowohl Whiskeys, als auch Ambiete und vor allem der Gastgeber sind eigentlich euf jeden Fall einen Besuch wert.