Nase: Recht zurückhaltende Nase. Bietet im Vergleich zum neuen 10-jährigen keine direkte Steigerung. Auch im Vergleich zum vorigen 16-jährigen hat er weniger Frucht. Bin gespannt, wie sich das gleich am Gaumen verhält. Vanille, Apfel, Bienenstich-Blechkuchen, feine Zitrusnoten, Orangensaft, Eichenwürze.
Gaumen: Schön kräftiger Antritt, im Mund sehr schön cremig, fruchtig, würzig. Vanille, Orangeat, Apfel, Karamell, Platenkuchen, Honig, Sternfrucht, Zitronenschnitte, Eichenwürze. Das geht gut ab und der 10-jährige kann hier (glücklicherweise) nicht mithalten. Der alte 16-jährige ist auch hier von der Frucht her noch facettenreicher, aber dafür viel wässriger, was den Genussmoment deutlich schmälert. Hier würde ich den neuen 16er eindeutig an die erste Stelle setzen.
Auf solch eine Abfüllung von Scapa habe ich schon länger gewartet und war schon sehr gespannt. Ich hatte mir jedoch eine etwas größere Steigerung zum gut-gemachten neuen 10-jährigen (WB262706) gewünscht. Im Vergleich zur 16-jährigen Vorgängerflasche (WB22988) verliert die Nase hier deutlich, am Gaumen kann die Neuauflage dann aber, wie erhofft, mit der höheren Trinkstärke punkten. Mein Restsample des alten 16ers hatte allerdings noch mehr tropisch-anmutende Fruchtnoten, die ich hier nun etwas schmerzlich vermisse. Insgesamt begrüße ich aber die Entwicklung bei Scapa sehr, gleich drei neue Originalabfüllungen mit deutlich erhöhter Trinkstärke zu veröffentlichen, selbst wenn der neue 16er nun etwas hinter meinen Erwartungen zurückbleibt. Spaß macht er dennoch, vor allem am Gaumen!
Nase: Crème Brûlée, tropische Früchte (Mango, Papaya, gegrillte Ananas), salziges Karamell, Eichenwürze mit Kardamom und schwarzem Pfeffer; sehr fein balanciert
Geschmack: wieder cremige Süße und tropische Früchte, noch mehr Gewürze wie roter Pfeffer, Koriander und Lorbeer, schön tief
Nachhall: mittellang, aber mit einem überraschenden Nachbrenner, der mehr würzige Schärfe und ein paar Tannine bringt.
Definitiv ein gelungenes Comeback. Die für Scapa typische Grazilität bleibt, dank erhöhter Trinkstärke aber wirkt er tiefer und kraftvoller als der alte 16er. Warum Scapa nicht direkt sagt, dass es sich um 1st Fill Bourbonfässer handelt, verstehe ich nicht. Der Preis ist anspruchsvoll und ich bin gespannt, wie er angenommen wird. Bislang scheint die Rezensonanz aber positiv. Es ist schön, dass Scapa von PR endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt und die neue Core Range kann sich sehen lassen. Sie ist übrigens auch optisch schön, aber das nur am Rande. (PS: der 21er ist ein Traum, mit dem 10er konnte beim ersten Schluck nicht so viel anfangen, aber mal sehen...)
Nase Würziger Erstkontakt, Dosenpfirsich, Ananas, roter Apfel. Recht leicht, aber (gerade noch) nicht seicht. Nach einem ersten Schluck tut sich nicht viel, es kommt höchstens noch etwas Vollmilchschokolade dazu, vielleicht auch etwas Marzipan. 84
Geschmack Weicher und cremiger Antritt, viel Haselnuss und Mandel, Nuss-Nougat-Schokolade, Toffee, Karamell, Vanille, würziger Honig. Auch hier: er liefert zwar Aromen ab, bleibt dabei aber dennoch verschlossen und zurückhaltend. 85
Abgang Kurz bis mittellang, Haselnuss, Mandel und Vanille, etwas Pfeffer. 84
Fazit Geht geschmacklich schon in Ordnung, kommt ansonsten aber etwas langweilig rüber.