Angeblich ist diese Abfüllung durch einen „Arbeitsunfall“ entstanden. In der Woche nach der Peat Week wurde gebrannt, ohne dass vorher das Equipment richtig gereinigt wurde. Wahrscheinlich wurden die Verantwortlichen achtkantig rausgeschmissen. Nun macht Balvenie sich diesen Umstand trotzdem zu Nutze und bringt eine recht teure und limitierte Sonderabfüllung heraus.
Die Nase finde ich tatsächlich nicht uninteressant. Neben den Balvenie-typischen orangigen Honignoten und Cerealien schwirrt eine ganz dezente Torfnote umher. Kein Lagerfeuer, kein Rauch, auch kein Jod – es riecht eher so, als hätte jemand fünf Häuser weiter Rindenmulch ausgebracht. Kein aufdringlicher Geruch, man muss etwas darauf achten, nimmt ihn dann aber trotzdem wahr.
Am Gaumen tritt der Torf schon etwas deutlicher in Erscheinung. Der Rest ist eine Mischung aus Wildhonig, etwas Vanille, Kräuter, aber auch etwas Erde und schon länger liegendes Heu. Der Abgang befindet sich auf einem durchschnittlichen Niveau.
Alles in allem ist dieser Balvenie sicherlich nicht uninteressant. Mir fällt ganz spontan auch kein Whisky ein, der ihm sonderlich ähnelt. Trotzdem ist das keine Abfüllung, die ich regelmäßig trinken würde oder möchte, daher ist der Kauf einer Flasche für mich auch kein Thema.
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