Nase Anders als bei der Lichtburg No.8, die ich kurz zuvor im Glas hatte, habe ich hier nicht das Bedürfnis, mit Wasser zu arbeiten, um ein paar kleine Ecken glattzuziehen. Weich und cremig wirkend (ob er wirklich cremig ist, wird sich zeigen), Bananenmus, Pfirsich, Aprikose, Mirabellenmarmelade. Die Fruchtnoten sind zwar deutlich auszumachen, sind aber nicht penetrant oder künstlich. Vanillepudding, etwas Zimt, ein ganz leichter Anflug von Curry, etwas Kokoswasser. 90
Geschmack Yes, er ist cremig, sehr sogar (und mit ein paar Tropfen Wasser - ich war dann doch neugierig, wie er ganz leicht verdünnt rüberkommt - kann man die Crème-Regler sogar noch ein wenig weiter nach oben schieben). Bananenmus, Mango, Papaya und Guave neben Aprikosen und Pfirsichen. Als Tropi-Frutti-Bombe würde ich den Geschmack zwar noch nicht bezeichen, aber ein Bömbchen ist das in dieser Hinsicht schon. Neben dem Früchtekorb zeigt sich einiges an Vollmilchschokolade sowie Vanilleschote, die weiter andauernde Cremigkeit hält etwaig vorhandene trockene Holznoten auf Abstand, ebenso sorgt sie für das Ausbleiben eines Brausetablettengefühls am Gaumen. Dem mag man gerne lange hinterherschmecken. 90
Abgang Und wie schön, das Bedürfnis, lange auf ihm herumzukauen, ihm lange hinterherschmecken zu wollen wird mit seinem langen Abgang gut gestillt. Nach wie vor kein Stück trocken, noch immer cremig, fruchtig und zum Anbeißen lecker. 90
Fazit Höchst interessant, wie sehr sich zwei sehr ähnliche Fässer (Lichtburg No. 8 und No. 9) doch geschmacklich so sehr unterscheiden können. Auch wenn beide Whiskeys sehr gut sind und sie bei mir nur ein Punkt voneinander trennt, gefällt mir No. 9 rein subjektiv sicherlich drei bis vier Punkte besser, da er von Anfang an - bei ausbleibender holziger Trockenheit - schön cremig-fruchtig ist und so auf mich mehr wie ein in einem Ex-Bourbon Cask als in einem Rum Cask gereifter Irish Single Malt wirkt; was ich bevorzuge.