@Schaal64 einfach nur Wissen sammeln und diskutieren.
Dass pauschale Antworten auf die Fragen nicht möglich sind, ist, denke ich, klar. Wie du schon schreibst, gibt es da in der Industrie bedeutende Unterschiede. Whiskyromantik ist ja schön und gut, aber ein gelegentlicher Faktencheck hat imho auch was für sich.
Ich bin mir übrigens gar nicht im Klaren darüber, ob und wie stark Diageo vertikal aufgestellt ist. Konkret könnte ich mir vorstellen, dass ein Teil der Gerste gar nicht zugekauft werden muss, sondern im eigenen Konzerngeflecht vorhanden ist. Nebenbei wäre diese Überlegung auch gar nicht so dumm.
@Bene37 Dann denke ich, dass die Antworten auf Deine Fragen für uns überfordernd sind. Die richtigen Fragen - aber so allgemein, dass wir mit der Antwort auf nur eine davon schon Schwierigkeiten haben.
Das Zusammenspiel zwischen Master Distiller, Distillery Manager und Master Blender lässt sich je nach Firma sicher noch recherchieren - aber bleiben wir beim 16ender unter den Konzernen: Diageo.
Wenn ich mir das Executive Committee ansehe, dann sehe ich, das Frau Diezhandino als Chief Marketing Officer fungiert. Zuvor war sie u.a. als "Global Category Director, Scotch & Managing Director – Reserve Brands" und "Category Director – Scotch Portfolio & Gins" sowie "Global Brand Director – Johnnie Walker" tätig. Eine lineare Karriere vorausgesetzt schließe ich also daraus, dass der Chief Marketing Officer in der Hierarchie über den letztgenannten Positionen steht.
Aber wer hat da wem etwas zu berichten?
Das der Distillery Manager bei Diageo in etwa einem Abteilungsleiter entspricht, liegt auf der Hand. Er kann nicht entscheiden, welche Marke in welchem Alter oder als NAS oder als irgendwas auf den Markt kommt. Wir werden nicht herausbekommen, wer welchen Einfluss hat. Dazu kommt, dass beim nächsten Konzern die Hierarchie ganz anders sein kann. Selbst wenn wir es mit mühevoller Recherche für einen Konzern zusammenbringen und uns dem Nächsten zuwenden - verändert sich währenddessen die Besetzung, die Firmenpolitik, das Portfolio der zuerst bearbeiteten - einfach alles.
Selbst bei den Übersichten der Eigentümerverhältnisse - ich finde so etwas schon interessant und bin bereit, dafür Freizeit zu "opfern" - habe ich festgestellt, dass alle Zusammenstellungen immer nur Momentaufnahmen sind.
Ich will Dich nicht ausbremsen, weiß nur nicht, auf was wir uns dabei konzentrieren sollten!? @Deichstube hat schon ganz recht, die horizontalen Zusammenhänge sind immer zu beachten; nicht alles ist vertikal organisiert, da Konzerne gerne Konkurrenz und ggf. auch Rivalitäten schüren.
________________________________________________________________ Gott schütze mich vor "heller Kräuterwürze" und "zart säuerlichem Karamell"...
Ich war ein bißchen faul, extra ein neues Thema zu eröffnen, finde aber den Artikel über das Tool SIP von Diageo hier ganz passend. Allerdings lässt mich dieser Artikel ziemlich verwirrt zurück. Was genau unternimmt die KI gegen den angels share und wie reduziert sie diesen? Und wie geht das mit einer Maximierung des Marktwerts einher? und dann soll das Ganze auch noch die Umweltbilanz des Konzerns verbessern? Kann man so denken, muss man aber nicht unbedingt.... Für Diageo scheint SIP ja die eierlegende Wollmilchsau zu sein....
- - - - - - -
"Wissen wäre fatal. Die Ungewißheit ist es, die uns reizt. Ein Nebel macht die Dinge wunderschön." (Oscar Wilde)
Interessante Fragen, auf die es wirklich keine gerellen Antworten gibt. Es kommt darauf an was für eine Art Destille und was das Ziel des Ganzen ist.
Eine sehr schäne Spielwiese ist da mMn gerade Irland, wo es große, industriell betreibene Destillen gibt, aber auch sehr kleine Familienbetreibe, die mit zwei oder drei Leuten leckeren Whisky in Handarbeit herstellen. Schon allein da gibt es gewaltige Unterschiede was die BEantwortung Deiner Fragen angeht.
War vor ein paar Wochen z.B. in einer sehr kleinen Destille, die mit 3 Mann mit sehr viel Herzblut und Entusiasmus betrieben wird, natürlich nicht so sehr viel Whisky herstellen, aber alles mit Handarbeit, lokaler Gerste, eigenem Brunnen usw. Die Brennblasen sind natürlich auch völlig anders wie die einer großen Schottischen Destille, aber der produzierte Single Malt musste sich mMn nicht hinter den "Großen" verstecken.