Der ist schon etwas speziell und ich kann gut verstehen, dass der nicht allen Probierenden schmeckt. Ich kann den Whisky allerdings durchaus genießen und bin erstmal froh, hier für mich keinen Fehlkauf getätigt zu haben. Auch wenn der Preis für das, was die Abfüllung geschmacklich bietet, schon sehr hoch ist. Er hat auf dem Papier aber eben auch schon ein gewisses Alter, das kostet heutzutage einfach. In der Whisybase habe ich vereinzelt etwas von Schwefelnoten gelesen, kann diese jedoch glücklicherweise nicht bestätigen. Ich halte mich diesbezüglich eher für empfindlich. Eine komische Note, die ich nicht näher benennen kann, ist allerdings da. Ich komme damit aber zurecht.
"We don't make whisky for everyone. We make it for people who care." (Jim McEwan, Master Distiller Bruichladdich 2001–2015)
Geruch: volles Aroma, schwer, sehr süss, Melasse, direkt Karamell, Nuss-Nougat-Creme, eine minimale Schwefelnote, Wiesenhonig, Rosinen, Pflaumenmus, alte Erdbeermarmelade, trotz des hohen Alters kaum Eichenwürze, dickflüssiger Traubensaft, Feigen, Datteln, Lederaromen, Vollmilchschokolade, Getreide
Fazit: ich habe diesen Whisky im Rahmen eines Warehousetastings genossen, er ist süss und süffig und damit anfängergeeignet und ideal für Warehousetastings, aber er kann mehr - wenn man PX-gelagerte Abfüllungen mag. Punkten kann er insbesondere mit einer deutlich nussigen Seite, mir gefällt er. Ein Malt für gewisse Stunden. Der Preis ist altersbedingt wirklich gut, von der geschmacklichen Exklusivität allerdings zu hoch.
Witzig, wie die Eindrücke da dann doch auseinandergehen. Ich hatte vor 4 Wochen das Vergnügen, diesen Tropfen mit 2 guten Freunden im Rahmen des absolut fantastischen Warehouse-Tastings zu probieren. Normalerweise mache ich um PX einen ganz großen Bogen, hier hat das aber für mich mal herausragend gut funktioniert. Ich konnte zwar all das, was mich normalerweise an PX stört (z.B. Hustensaft, Liebstöckel aka Maggi, etc.) auch irgendwie wiederfinden, hier hat sich das aber alles wunderbar zusammengefügt. Außerdem habe ich ihn - wenn auch als schwer, süß, "dekadent" - nicht als klebrig wahrgenommen. @Brockster, geht Deine "komische Note" vielleicht in Richtung Pilze? Das hatten wir alle 3 relativ deutlich, fanden das aber positiv interessant und keinesfalls störend. Aus Budgetgründen konnten leider keine Großflaschen mitkommen, wir haben uns aber immerhin eine 0,2er gegönnt, die wir dann bei unserem nächsten Treffen zu 3. im November vernichten werden. Freue mich jetzt schon enorm auf diese kleine Re-verkostung (vielleicht wird es auch eine Reh-Verkostung, weil wir den Gedanken haben, dass ein feines Wild-Gericht da bestimmt ein fantastisches Pairing abgeben würde) und werde dann im Nachgang auch noch meine Notes nachliefern. Wobei ich das prinzipiell sogar jetzt nochaus dem Gedächtnis machen könnte, weil meine Erinnerung an diesen Whisky selbst jetzt noch unglaublich präsent ist, das hatte in der Form so auch noch nicht allzu oft.
@algiordino In meiner Erinnerung könnte die "komische Note", die ich wahrgenommen habe, tatsächlich in Richtung Pilze gehen. Die Abfüllung ist schon etwas speziell und scheint daher sehr zu polarisieren.
"We don't make whisky for everyone. We make it for people who care." (Jim McEwan, Master Distiller Bruichladdich 2001–2015)
Zitat von Brockster im Beitrag #5@algiordino In meiner Erinnerung könnte die "komische Note", die ich wahrgenommen habe, tatsächlich in Richtung Pilze gehen. Die Abfüllung ist schon etwas speziell und scheint daher sehr zu polarisieren.
Ja, absolut. Mir war/ist auch völlig klar, dass das nicht jeder mögen wird und ich kann auch gut nachvollziehen, warum. Genauso, wie ich auch schon oft genug nachvollziehen konnte, warum viele Leute eine Abfüllung toll finden, während sie für mich selbst gar nicht funktioniert hat.