"Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln." (Otto von Bismarck)
Gaumen: weiche Holznoten , Apfel, Orangenschale, Vollmilchschokolade, Spearmint, Birne und Zitrone, weißer Gummibär und Eiche
Abgang: langanhaltend, pfeffriger Wassereinbruch am Unterkiefer, trockene Vollmilchschokolade am Gaumen, mit Noten von sahnig, malzigem Tabak in milder Holzwürze sanft pfeffrig ausklingend und das ziemlich lecker, trotz des metallischen Nachhalls.
Bewertung: Eine Art Unschuld vom Lande, die entdeckt werden möchte. Einer widersprüchlichen Nase, folgt ein recht komplexer Gaumen, den zu sezieren etwas mühevolle Feinarbeit erfordert, wofür bei "sachgerechter Vorgehensweise" der Abgang angemessen entlohnt. Einzig der metallische Nachhall schmälert den Genuss, als habe man das Fahrgeld für die Styxquerung auf der Zunge. Mit Bedenken 2 -
Kurz: Solider, leckerer Whisky, der immer noch zum fairen Preis zu haben ist.
"Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln." (Otto von Bismarck)
Der erste Eindruck war stark von einer alkoholischen Note geprägt, die sich in der Nase vielleicht stechend, mindestens aber spürbar kühlend auswirkte - was bei 46% eigentlich kein gutes Zeichen ist. Das hatte zur Folge, dass die dahinter liegenden Früchte arg frisch und unreif zur Geltung kamen, in etwa in Form von sehr grünen Äpfeln. Nachdem ich diese alkoholischen Dämpfe aus dem Glas puste und den Whisky kurz atmen lasse, entwickelt sich das Arome zu einem Mix tropischer Früchte mit sommerlichem Einfluss. Die Aromen, die vorhanden sind, sind typisch Elgin und wirken hochwertig - insgesamt empfinde ich die Nase aber als zu kantig und unreif, was mit Sicherheit auf die fragwürdige Einbindung des Alkohols zurückzuführen ist.
Geschmack: 87P
Auch hier vergleichsweise kantig und pfeffrig, aber diesmal mit einer intensiveren und kompakten Fruchtigkeit gepaart. Dieser Kontrast ist gar nicht schlecht, aber mir fehlt hier die Dimension.
Finish: 85P
Der Abgang ist kurz und tendenziell flach. Auch hier kommt der Alkohol wieder durch.
Fazit
Theoretisch lecker, praktisch ist WID 139682 um Längen besser.
Nase: Etwas zurückhaltend, dabei aber frisch und fruchtig, unreife Birnen, etwas säuerlicher Apfelmost, ein Tropfen mit Holunderblüten aromatisierter Condimento Bianco, Zitronensaft, die liebliche Gerste spielt schön mit, ein kleiner Hauch Vanille, die Eiche wirkt ein bisschen schüchtern und hält sich sehr zurück, ab und zu kommt eine sehr geringe alkoholische Spitze zum Vorschein, diese stört aber nicht und sorgt nur für einen leicht kühlenden Effekt, zeigt auch Ansätze an den Geruch frisch ausgepackter Mentholzigaretten, im Hintergrund vielleicht noch eine Prise weißer Pfeffer, nach längerem Stehen wird der Geruch weicher und malziger mit Ansätzen von Kakao
Gaumen: Malzzucker dominiert zu Beginn, etwas Karamell kommt hinzu, dann baut sich eine gering prickelnde Säure auf, Apfelgelee vom Klarapfel, wieder der weiße Balsamico mit Holunderblüten, holziger Ananasstrunk, nach Abbau der leicht säuerlichen Ansätze übernimmt die malzige Gerste das Ruder, begleitet wird dies von einer nun stärker werdenden getoasteten Eichennote ohne jegliche Bitterkeit, a bissl Vanille, ein winziges Stückchen Minzschokolade zergeht auf der Zunge und kühlt den Mundraum leicht ab, kleinere Spuren von mild-pfeffrigen Gewürzen in Richtung Piment und weißer Pfeffer peppen das Geschehen zusätzlich ein bisschen auf
Abgang: Eher kurz und recht unspektakulär, ein alkoholischer Moment vergeht in blitzartiger Geschwindigkeit, dann schnell milder werdend und mit einer minimalen Pfeffrigkeit ausklingend, das Malz wird noch mal deutlich, etwas Karamell und ein Hauch Vanille, ein Stück mürber Lagerapfel schleicht vorüber, schließlich verblasst das getoastete Eichenholz und hinterlässt den angenehmen Nachgeschmack einer Kakao-Zuckermischung
Bewertung: Der relativ unscheinbare Geruch wird im Mund von einem ziemlich gefälligen Trinkerlebnis abgelöst. Es ist zwar nichts dabei, was in irgendeiner Weise erinnerungswürdig erscheint, aber der Malt an sich ist wirklich schön gemacht und animiert nicht nur wegen des Namens zum unkomplizierten Genuss eines täglichen Drams. Wer unverkopfte Speyside-Süffigkeit sucht, wird hier sicher fündig. Charakterstarke Ecken und Kanten sind allerdings Fehlanzeige.
“I definitely was attracted to similar things in punk and science. They both depend on a healthy dose of skepticism.” Greg Graffin